Fußball der Frauen: Katharina Kiel: Wie tickt die Präsidentin der Bundesliga?
Das Nationalteam der Fußballerinnen sorgt für hohe Einschaltquoten und wird immer populärer.
Beim längst erhofften Boom der Bundesliga ist nun die Frankfurterin Katharina Kiel gefordert.
Im Büro von Katharina Kiel saßen in Christian Seifert und Oliver Bierhoff einst zwei der mächtigsten Männer des deutschen Fußballs.
Die Präsidentin des neu gegründeten Frauen Bundesliga FBL e.
V. räumt vor dem Fototermin noch schnell ein paar Unterlagen („Alle sensibel“) von ihrem Schreibtisch in der einstigen DFB-Zentrale an der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise. „Vom Männerfußball freischwimmen“ Die 34-Jährige, die auch noch Direktorin für die Fußballerinnen bei Eintracht Frankfurt ist, steht an der Spitze eines der spannendsten Prozesse im Sport hierzulande - und auch mächtig unter Druck.
An der Wand hängt die Gründungsurkunde der FBL vom Dezember.
Damals hatten sich die 14 Frauen -Bundesligisten mit einigem Getöse vom DFB abgespalten.
An diesem Freitag startet die Übergangssaison: Von 2027/28 an vermarktet und organisiert sich die höchste deutsche Spielklasse, geregelt durch den Grundlagenvertrag mit dem Verband, selbst.
Kiels Versprechen: „Wir werden uns vom Männerfußball freischwimmen.“ In einer „Liste der Macht“ sieht „Die Welt“ Kiel bereits unter den 50 einflussreichsten Akteuren im deutschen Fußball , auf Platz 45. „Sie ist extrem fachkundig, engagiert und mit den Clubs bestens vernetzt“, sagt Axel Hellmann über die einstige Hoffenheimer Bundesliga-Spielerin.
Wortführer der Revolution im Frauenfußball waren bisher eher der Eintracht-Boss sowie Jan-Christian Dreesen, der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern.
Unbändigen Ehrgeiz schon auf dem Eis und dem Rasen Kiel wägt ihre Sätze sorgsam ab, gilt eher als besonnen, aber durchsetzungsfähig.
Und als jemand, die im Hintergrund unermüdlich und hartnäckig an der Weiterentwicklung ihres Sports und ihrer Karriere arbeitet.
Ihre Eltern kamen einst mit zwei Koffern aus Kasachstan und bauten ein Unternehmen im Erdwärmesegment auf. „Mir wurde in die Wiege gelegt, hart zu arbeiten.
Eben weil wir kein Vitamin B, C und D hatten“, sagt sie im dpa-Gespräch. „Ich bin nicht gerade in Reichtum aufgewachsen, aber mit sehr viel Reichtum an Werten.“ Kiel landete mit ihrem Ehrgeiz in jungen Jahren erst beim Eiskunstlaufen und wurde hessische Meisterin.
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