Handelsbeziehungen: EU ringt China Kompromiss zu Hybridauto-Exporten ab
Die EU will die Importe chinesischer Hybridautos deutlich eindämmen.
In China verständigen sich Brüssel und Peking nun auf einen Kompromiss.
Kann die deutsche Autoindustrie aufatmen? Im Handelsstreit mit der EU akzeptiert China eine Drosselung chinesischer Exporte von Hybridautos nach Europa.
Die Lieferungen in die Europäische Union könnten dadurch um mehr als die Hälfte zurückgehen, erklärte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic nach Verhandlungen mit Chinas Handelsminister Wang Wentao in Peking.
Zuvor hatte China eine Erklärung veröffentlicht, darin allerdings nur von einer Einigung bei dem Thema gesprochen, ohne nähere Details zu nennen.
Laut Sefcovic ist dies das erste Mal, dass China akzeptiert habe, seine Exporte zu mäßigen, ohne zuvor eine Phase von Handelsspannungen zu durchlaufen.
Konkret erklärte der Slowake, im Fall der Hybrid- und Plug-in-Hybridautos werde sich die Zahl der von China nach Europa exportierten Fahrzeuge über die kommenden vier Jahre um „einige Millionen Fahrzeuge“ reduzieren.
Die Vereinbarung ist nach Angaben beider Seiten mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) vereinbar.
Bedeutung für Deutschlands Autobauer Die Verständigung könnte für die deutschen Autobauer den Druck durch die chinesische Konkurrenz etwas lindern.
Denn Hybride sind inzwischen das größte Marktsegment in der EU.
Im August waren mehr als 44 Prozent der neu zugelassenen Autos Hybride oder Plug-in-Hybride – also Autos, die einen Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor und einer Batterie kombinieren, teils auch mit Ladeanschluss (Plug-in).
Wie bei den rein batteriebetriebenen Elektroautos konnten chinesische Hersteller auch in diesem Segment in Europa zulegen.
VW-Chef Oliver Blume warnte vor einigen Wochen: „Chinesische Hersteller drängen aggressiv auch nach Europa und gewinnen schnell Marktanteile.“ Im zweiten Vierteljahr sei jeder dritte verkaufte Plug-in-Hybrid in Europa von chinesischen Herstellern gekommen.
Mit ihren Preisen können die deutschen Hersteller nicht mithalten - Experten sprechen von einem „Preiskrieg“ angesichts kräftiger Rabatte von Herstellern wie BYD.
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