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Ja oder nein? Isländer stimmen über EU-Kurs ab

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Ja oder nein? Isländer stimmen über EU-Kurs ab

Vor 13 Jahren wurden Islands Beitrittsverhandlungen zur EU ausgesetzt. Jetzt stimmt das Land darüber ab, sie fortzuführen. Haupt-Streitpunkt bleibt die Fischerei rund um Island.

Wie ein Schutzengel thront seine Statue über der isländischen Hauptstadt Reykjavik. Leif Ericsson. Vor 1.000 Jahren entdeckte der Isländer Amerika. Irgendwann endeten die transatlantischen Ambitionen der Wikinger dann. Lange führten die Isländer so ein eher isoliertes und selbstbestimmtes Leben im Nordatlantik.

Jetzt wagen die Befürworter einer EU-Mitgliedschaft einen neuen Vorstoß, um ihr Land zu einem Mitglied der Union zu machen. Die Isländer sollen über die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit der Europäischen Union abstimmen. Sie waren 2013 nach einem Regierungswechsel zunächst ausgesetzt und zwei Jahre später ganz beendet worden.

Einer der strittigsten Punkte damals wie heute: die Hoheit über die reichen, sorgfältig gemanagten Fischgründe rund um Island. Vor allem Fischer lehnen Verhandlungen so ab. "Ich traue diesen Bürokraten in Brüssel einfach nicht", meint Anders Jónsson, der als Maschinist auf einem Fisch-Trawler arbeitet. "So einfach ist das."

Für die rund 270.000 Wahlberechtigten geht es bei dem jetzigen Referendum lediglich um die Frage, ob wieder Verhandlungen aufgenommen werden sollen. Doch Isländer wie Anders Jónsson fürchten, von der EU und der Industrie über den Tisch gezogen zu werden. Ministerpräsidentin Kristrún Frostadóttir sagt dazu:

Island hat bereits enge vertragliche Bindungen an Europa. Vor allem über den "Europäischen Wirtschaftsraum" (EWR), über den das Land seit 1994 am EU-Binnenmarkt teilnimmt. Doch Ministerpräsidentin Frostadóttir reicht das nicht. Sie befürwortet eine EU-Voll-Mitgliedschaft.

Auch über die Nato ist das Land, das keine eigene Armee besitzt, mit dem Westen verbunden. Es war 1949 sogar Gründungsmitglied.

Island geht es an sich wirtschaftlich sehr gut. Reiche Fischgründe, boomender Tourismus und günstige Energie aus der vulkanischen Erde sind hilfreich. Das durchschnittliche Einkommen liegt deutlich über dem Schnitt in der EU.

Aber auch die Inflation ist seit langem deutlich höher als in der EU. Die Befürworter von Verhandlungen erhoffen sich eine stabilere Währung und weniger Inflation durch die Annäherung an den Euro, vielleicht sogar dessen Einführung als Landeswährung.

Viele Isländer wünschen sich auch angesichts der Spannungen mit den USA in der Nato eine engere Gemeinschaft mit der EU. Sie wissen nicht, ob die USA noch ein verlässlicher sicherheitspolitischer Partner sind. Die Diskussionen um den Status der Nachbarinsel Grönland haben die Isländer aufmerksam verfolgt.

Die Gegner fürchten den Verlust der Selbstbestimmung, etwa in der Migrationspolitik.

Schon jetzt haben über 20 Prozent der Menschen in Island einen Migrationshintergrund. Was etwa zu Diskussionen um den Wohnraum führt, der auch gerade in Island, vor allem in der Hauptstadt Reykjavik, knapp und teuer ist.

Die Abstimmung für oder gegen die Wiederaufnahme von Beitrittsverhandlungen soll laut Umfragen ein knappes Rennen werden. Bei einem Ja würde schätzungsweise zwei Jahre lang verhandelt werden.

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5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.zdf.de — der Inhalt gehört ZDFheute.

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