Neuer Liga-Modus - Das sagen Wück und Bühl zu den Play-off-Plänen
Die Diskussionen über einen neuen Modus in der Frauenfußball-Bundesliga gehen weiter. Die Pläne hatte SPORT BILD exklusiv enthüllt, den Widerstand der Top-Klubs ebenso. Rund um das Saison-Eröffnungsspiel von Union gegen Bayern bestätigte Berlins Präsident Dirk Zingler, dass sich die Vereine intern in einer Abstimmung für die Möglichkeit von Meister- und Abstiegs-Play-offs ab der nächsten Saison ausgesprochen haben. Das finden aber nicht alle gut.
Nach BILD-Informationen gab es in dieser Woche eine Sitzung aller 14 Bundesliga-Vereine, bei der auch darüber abgestimmt wurde, ob die Liga in ihre Ausschreibungen für die Medienrechte ab der Saison 2027/28 Meister-Play-offs und Entscheidungsspiele gegen den Abstieg anbieten wolle. Union-Präsident Zingler im ZDF: „Wir haben die Idee leidenschaftlich diskutiert im Kreise der 14 und haben uns am Ende 12:2 dafür entschieden, es zu tun.“ Die Meister der vergangenen 14 Jahre, Bayern und Wolfsburg, stimmten dagegen.
Das heißt: „Dass wir so in die Ausschreibung der Medienrechte gehen, ist verabschiedet“, sagt Zingler. Im Klartext: Den Medien wird in der Ausschreibung, die voraussichtlich im Herbst startet, angeboten, dass sie Pakete für einen Liga-Modus mit Halbfinals und Endspielen erwerben können.
Auf die Spielerinnen der Top-Klubs würden damit vier Spiele mehr zukommen. Bundestrainer Christian Wück sagte im ZDF: „Ich glaube, dass sich die Expertinnen und Experten, die sich das überlegt haben, wissen, worum es geht. Ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir die Meisterschaft auf ein gewisses Niveau heben, aber…“ Dass der Coach gegen eine Mehrbelastung und damit auch gegen Play-offs ist, deutet er an: „Wir sollten die Spielerinnen in den Mittelpunkt stellen. Da ist es wichtig, das richtige Maß zu finden.“ Und: „Das haben andere entschieden. Ich bin nur der, der dann versucht, mit den besten Spielerinnen aus Deutschland eine Weltmeisterschaft zu spielen.“
Schon jetzt ist die Belastung für die Spielerinnen hoch. Vor allem Nationalspielerinnen kämpfen oft mit Verletzungen. Aber eine der Besten in Deutschland, nennt ein weiteres Argument gegen den neuen Modus. „Der Liga-Titel ist der ehrlichste, weil er vom ersten bis zum letzten Spieltag ausgetragen wird und du jedes Wochenende deine Punkte sammelst“, sagt Bayern-Star und Nationalspielerin Klara Bühl im ZDF. „Das würde mit dem neuen Format komplett hinten runterfallen und nimmt diesem Wettbewerb den Anreiz. Play-offs hast du im Pokal und am Ende in der Champions League. Deswegen würde ich mich als Spielerin dagegen aussprechen.“
Zingler sagt, er verstehe die Argumente. Doch mit der Erklärung der Mehrbelastung habe er Probleme. „Es sind vier Spiele mehr. Es gibt Top-Ligen, die jetzt schon mehr Mannschaften haben als wir. Das Argument überzeugt nicht“, sagt der Unioner, der zudem einen offeneren Titelkampf will. „Wir tun es nicht, um mehr Geld einzunehmen. Wir müssen Sichtbarkeit, Attraktivität und Spannung erhöhen“, sagt Zingler. „Wir tun gut daran, nicht die gleiche Entwicklung im Frauenfußball zuzulassen wie bei den Männern.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild Sport.