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„Ohne irgendwelche Abstriche“ - Reformen jetzt! Konzernen platzt der Kragen

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„Ohne irgendwelche Abstriche“ - Reformen jetzt! Konzernen platzt der Kragen

Berlin/München/Stuttgart – Die Großen dominieren die Schlagzeilen, die Kleinen gehen still und leise: Nach neuen Zahlen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform sind in Deutschland 2025 rund 188.000 Unternehmen für immer verschwunden. Schluss, aus, Pforten dicht! Parallel wenden sich führende Konzerne und Wirtschaftsverbände in einem Brandbrief an den Kanzler. Ihre Ansage: Die im Koalitionsvertrag angekündigten Reformen müssten „schleunigst und ohne irgendwelche Abstriche“ umgesetzt werden. Zu den Unterzeichnern des Briefes, aus dem die „Mediengruppe Bayern“ zitiert, zählen Schwergewichte wie BMW, Mercedes-Benz, Porsche und Siemens. Hintergrund: Klassische Industriekonzerne ächzen unter hohen Energiekosten. Im internationalen Vergleich haben sich die Rahmenbedingungen im produzierenden Gewerbe zudem immer weiter verschlechtert – überall geht die Absturz-Angst um.

Wie dramatisch die Lage ist, zeigt eine aktuelle Untersuchung von Creditreform und dem Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW): In der Baubranche verschwanden 2025 rund 24.000 Unternehmen (plus zwölf Prozent), in der Industrie 11.000 (plus zehn Prozent). Außerdem machten 5500 Arztpraxen (plus 23 Prozent) und sogar über 15.000 Gaststätten (plus 15 Prozent) dicht. Schockierende Zahlen und Wasser auf die Mühlen der Brandbrief-Unterzeichner. Darin heißt es: Nur mit den richtigen Weichenstellungen könnten Deutschlands Unternehmen weiter investieren.

Besonders scharf kritisieren die Brandbrief-Unterzeichner deshalb die steigenden Kosten bei den Sozialversicherungen – mehr als 42 Prozent des Gehaltes gehen mittlerweile für Sozialabgaben drauf, ein historischer Höchststand! Es sei „inakzeptabel“, dass die Belastung für Unternehmen und Beschäftigte trotz unveränderter Beitragssätze steige, weil u.a. die Beitragsbemessungsgrenzen angehoben würden, heißt es in dem Brief. Dabei handelt es sich um einen jährlichen Automatismus mit einer meist bitteren Folge: Weniger Netto trotz gleichem Brutto.

Namentlich adressiert ist der Brandbrief nicht nur an Merz , sondern auch an Arbeitsministerin Bärbel Bas (58, SPD ), Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (53, CDU) sowie die Fraktionsspitzen der Regierungsparteien. Der dringende Appell der Industrie-Riesen: Weil Deutschlands Unternehmen unter „erheblichem Druck“ stehen, müsse jetzt „schleunigst und ohne irgendwelche Abstriche“ gehandelt werden.

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