Immer noch Shitstorm: Wegen Buckelwal: Meeresmuseum erhält weiter Hassnachrichten
Nach der Bergung des gestrandeten Buckelwals „Timmy“ hält die Welle von Drohungen und Hass gegen das Meeresmuseum in Stralsund bis heute an.
Mitarbeitende mussten sogar Auskunftssperren beantragen.
Rund vier Monate nach der Bergung des vor der Ostseeküste gestrandeten Buckelwals „Timmy“ erfahren Wissenschaftler und Beschäftigte des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund nach eigener Aussage immer noch Anfeindungen und Drohungen. „Seit etwa Mitte März sind wir bis heute einem Shitstorm ausgesetzt“, sagte eine Sprecherin des Museums der Deutschen Presse-Agentur.
Zahlreiche Beiträge richteten sich dabei gegen die wissenschaftlichen Experten und Expertinnen sowie gegen die einzelnen Häuser des Meeresmuseums. „Ich reiße Sie öffentlich in Stücke“ Nachdem sich Mitte März ein reichweitenstarker Influencer in das Thema rund um den Buckelwal eingeschaltet und der Wissenschaft und den NGOs immer wieder die Expertise abgesprochen habe, „begannen die Hasskommentare, Anfeindungen und Drohungen auf Social Media, in Mails und Telefonaten, die sich bis heute fortsetzen“, sagte die Sprecherin.
Es habe Forderungen gegeben, das Museum niederzubrennen, oder den Wunsch, die Beschäftigten mögen in der Hölle stranden.
Einer habe geschrieben: „Ich reiße Sie öffentlich in Stücke - das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen.“ Richtig losgegangen mit den Anfeindungen sei es, als das Meeresmuseum und andere Experten geraten hatten, den Wal in Ruhe sterben zu lassen, sagte die Sprecherin.
Daraufhin hätten sich zahlreiche Gruppen formiert, „die gegen uns hetzen“.
Den Forschern seien unter anderem vorsätzliche unterlassene Hilfeleistungen vorgeworfen worden oder sie seien beschuldigt worden, den Wal mit Absicht sterben lassen, „um das Skelett in einem seiner Museen ausstellen oder für mehrere Millionen Euro verkaufen zu können“.
Beschäftigte müssen Auskunftssperre beantragen Alle Beschäftigten des Meeresmuseums, die in Medien namentlich genannt wurden, hätten bei der Stadt eine Auskunftssperre beantragt, damit Adressen und persönliche Daten nicht an Privatleute und Firmen herausgegeben werden. „Wir hatten alle Angst, auf der Straße angegangen zu werden, wenn man uns erkennt.
Unsere Teamseite auf unserer Webseite blendeten wir zeitweise aus“, sagte die Sprecherin.
Zuvor hatte bereits Museumsdirektor Burkard Baschek von massiven Anfeindungen gesprochen. „Es war so, dass auch Familienangehörige zum Teil angeschrieben worden sind.
Das ging in einen privaten Bereichrein“, sagte er der „Bild“-Zeitung.
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