Furtwängler eröffnet die Krimi-Saison - Wie denken Sie über KI im „Tatort“?
München (Bayern) – Sie gehört künstlerisch und familiär zum Hochadel der deutschen Society. Maria Furtwängler ist die Großnichte des Dirigenten Wilhelm Furtwängler (1886–1954). Ihr Vater war Architekt, ihre Mutter ist Schauspielerin. Bis zu ihrer Trennung 2022 war sie über 30 Jahre die Frau an der Seite des Verlegers Hubert Burda (86). Am heutigen Sonntag feiert Maria Furtwängler ihren 60. Geburtstag mit einem „Tatort“ – dem ersten Krimi nach der Sommerpause. Und sprach mit BILD über den emotionalen Fall, ihren eigenen Bezug dazu und die Zahl 60.
BILD: Ihr neuer „Tatort“ (Sonntag, 20.15 Uhr, ARD) spielt in einem sogenannten Demenzdorf. Haben Sie einen Bezug zu dem Thema?
Maria Furtwängler: Mein Vater Bernhard war an Demenz erkrankt, und er ist letztlich daran gestorben. Viele Menschen und Familien sind von dieser Erkrankung betroffen, und man kann nur froh sein, wenn einem diese Erfahrung erspart bleibt. Auch für Angehörige ist es sehr schwierig, die Demenz zu akzeptieren und sich im Umgang mit einem geliebten Menschen darauf einzustellen und immer wieder neu zu justieren. Und das, was mich – und wohl uns alle – immer wieder beunruhigt, ist die Frage: Was, wenn ich meine Erinnerungen verliere? Abgesehen davon, dass ich mir ja jetzt schon keine Namen mehr merken kann …
Der Film ist auch deshalb sehr ungewöhnlich, weil Kommissarin Charlotte Lindholm mit einem Kollegen – dargestellt von Andreas Lust – konfrontiert ist, der ebenfalls an Demenz erkrankt ist.
Furtwängler: Ganz bestimmt fällt er aus der Reihe heraus. Weil er sich etwas traut, was ungewöhnlich ist. „König in Gelb“ ist Polizeifilm und menschliches Drama in einem und wird dem Thema Demenz als Krimi voll gerecht. Ich bin sehr glücklich mit dem Film!
In „König in Gelb“ spielt auch Ihre Mutter Kathrin Ackermann wieder mit. Sind Sie als Tochter gelegentlich in Sorge, dass sie eine Demenz treffen könnte?
Furtwängler: Sicherlich ist das eine Sorge, die ich als Tochter kenne. Gerade, weil ich diese Situation bereits mit meinem Vater erlebt habe. Meine Mutter geht mittlerweile schnurstracks auf die 90 zu. Und ich hoffe natürlich, dass sie möglichst lange so klar und frisch im Kopf bleibt, wie sie es ist. Meine Mutter ist fantastisch. Sie hat Anfang des Jahres in einer One-Woman-Show auf der Bühne gestanden und parallel noch eine Komödie gespielt. Das ist ja das Tolle an unserem Beruf: Wir Schauspielerinnen gehen nicht in Rente. Mit 65 ist nicht Schluss. Alle, die mir einfallen, machen weiter, solange sie Engagements haben.
In den Opening Credits Ihres Films steht: „In Teilen KI unterstützt“. Ist die technische Entwicklung Fluch oder Segen?
Furtwängler: Ich weiß, dass, wenn von mir beispielsweise irgendein Blick fehlen würde, keine Bilder generiert werden dürfen, wenn ich damit nicht einverstanden bin. Wir alle stellen uns die Frage, was KI mit den Arbeitsplätzen macht. Ich habe noch keine Vorstellung davon, was da eigentlich auf uns zukommt. Die Dimensionen sind gigantisch – und es wird uns alle betreffen. Ich finde die Möglichkeiten einerseits spannend – aber auch unheimlich.
Früher hatten wir 23 Drehtage beim „Tatort“, dann 22, irgendwann 21 und einige Kollegen haben noch weniger.
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