Trotz Rückzug aus Deutschland: Warum der Südwesten für Ryanair attraktiv ist
Während Europas größter Billigflieger seine Flugzeuge aus Berlin, Bremen oder Hamburg abzieht, baut er sein Angebot im Südwesten aus.
Woran liegt das? Wer aus Deutschland günstig in andere europäische Länder fliegen möchte, hat aktuell schlechte Karten.
Anfang Oktober kündigte Ryanair - die nach Passagierzahlen größte Airline Europas - drastische Kürzungen hierzulande an.
In Berlin streicht Ryanair die Hälfte des Angebots zusammen und löst seine Flugzeug-Basis auf, Bremen fliegt ab Sommer 2027 ganz aus dem Programm, Hamburg muss Einbußen hinnehmen.
Auch den ostdeutschen Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden wird Ryanair trotz langer Verhandlungen im kommenden Jahr weiter fernbleiben.
Doch nicht überall in Deutschland ergibt sich das gleiche Bild.
An den Flughäfen im Südwesten baut Ryanair das Angebot sogar teilweise aus: In Memmingen etwa soll die Kapazität um zwölf Prozent steigen, in Karlsruhe/Baden-Baden kommen neue Verbindungen hinzu und auch der kleine Bodensee-Airport in Friedrichshafen gehört zu den Gewinnern.
Die Gründe für die Umverteilung von Flugzeugen sind vielschichtig.
Warum zieht sich Ryanair von vielen deutschen Flughäfen zurück? Ryanair verweist als Begründung für den schrittweisen Rückzug regelmäßig auf die hohen Standortkosten hierzulande.
Die „exorbitante“ Luftverkehrsteuer sowie weitere stark gestiegene Gebühren hätten die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im Vergleich zu anderen EU -Ländern erheblich geschwächt, so die Fluggesellschaft.
Als paneuropäische Airline mit quer über den Kontinent verstreuten Flugzeugbasen hat Ryanair gegenüber deutschen Flughäfen ein anderes Druckmittel als national verankerte Fluggesellschaften wie die Lufthansa mit ihren Drehkreuzen in Frankfurt oder München.
Die Iren können ihre Jets relativ kurzfristig und günstig dorthin verlagern, wo sich am meisten Geld verdienen lässt.
Der globale Mangel an Flugzeugen erhöht für Ryanair zudem den Druck, dies auch zu tun.
Denn wo insgesamt weniger Maschinen zur Verfügung stehen, bleiben unprofitable Strecken eher leer, während profitablere Standorte zusätzliche Kapazität erhalten.
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