Weinbau: Käsehersteller, Anwalt, Arzt: Mehr Quereinsteiger im Weinbau
Neustart im Freien, im Weinkeller, im Marketing: Warum Berufswechsler heute auch Winzer werden.
Die Branche ist unter Druck, gilt aber als überaus vielseitig.
14 Jahre lang hat Urban Kaufmann in einem Schweizer Dorf Käse produziert. „Aber mit 40 hat sich meine innere Stimme gemeldet: Es gibt auch Weinbau“, berichtet er.
Sein Vater habe täglich Wein getrunken, er selbst Weinproben besucht - und immer mehr Interesse für Weinbau entwickelt.
Heute ist er Winzer im hessischen Rheingau.
Oder Florian Wecker, Jurist wie schon sein Vater, Großvater und Urgroßvater: „Wein hat mich magnetisch angezogen.“ Heute ist der 47-Jährige Steillagenwinzer an der Mosel in Rheinland-Pfalz.
Das Bundesland, in dem auch TV-Moderator Günther Jauch 2010 neben seinem Hauptjob ein Weingut übernommen hat, in Kanzem an der Saar.
Laut dem Sprecher des Deutschen Weininstituts (DWI), Ernst Büscher, mischen immer mehr Quereinsteiger aus anderen Berufen im Weinbau mit.
Ihm sei keine Statistik bekannt, aber von diesem Trend höre er schon länger in der Branche.
Noch höher sei heute „die Quote der Leute in Ausbildung, die nicht von einem Weingut ihrer Familie kommen.
Die geht auf 50 Prozent zu“, ergänzt Büscher. „Alle Herstellungsschritte in einer Hand“ Winzer sei ein attraktiver, vielseitiger Beruf, „mit allen Herstellungsschritten in einer Hand“.
Weinbauern könnten an vielen Stellschrauben drehen, vom Rebschnitt bis zum Marketing, „morgens im Weinberg, abends auf High Heels oder im Anzug bei einem Verkaufsevent“.
Hinzu könne internationales Flair mit Ausbildungs- und Berufsabschnitten im Ausland kommen.
Allerdings gibt es heute auch eine Weinkrise: Steigende Kosten und Löhne, weniger Weinkonsum, Gesundheitsbewusstsein, Überproduktion, internationale Konkurrenz und US-Zölle setzen Winzer unter Druck.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.stern.de — der Inhalt gehört Stern.