Handels-"Krieg“: Kanada kontert US-Zölle
Handels-"Krieg“ zwischen zwei wirtschaftlich eng verflochtenen Nachbarn: Kanadas Premierminister Mark Carney hat am Samstag kanadische Vergeltungszölle angekündigt, nachdem in den USA neue Aufschläge auf kanadische Produkte in Kraft getreten waren. „Man befindet sich im Krieg, wenn man angegriffen wird.
Wir sind angegriffen worden“, sagte Carney.
Zuvor waren tagelange Verhandlungen gescheitert.
Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer machte dafür Kanada verantwortlich.
Kanadas Regierungschef Carney warf US-Präsident Donald Trump vor, einen Handelskrieg losgetreten zu haben.
Die von den USA vorgelegten Bedingungen seien „unfair“ und „wirtschaftlich unsinnig“ gewesen.
Zudem verwies Carney auf „Drohungen gegen die französische Sprache“ und die Pflicht zur Kennzeichnung von Produkten auf Englisch und Französisch.
Beide Sprachen sind in Kanada Amtssprachen. „Wir können das, was sie angeboten haben, nicht akzeptieren, und wir werden ihnen nicht geben, was sie verlangt haben“, sagte Carney.
Kanada werde die US-Zölle „Dollar für Dollar“ erwidern, „um unsere Arbeitnehmer und Unternehmen zu schützen“.
Die neuen kanadischen Zölle werden Carney zufolge besonders die US-Stahl- und Milchbranche ins Visier nehmen und am 8.
September in Kraft treten.
Der Gouverneur der Provinz Ontario, Doug Ford, begrüßte Carneys Kurs. „Man kann Präsident Trump nicht trauen, so einfach ist das“, sagte er vor Journalisten.
Der US-Handelsbeauftragte Greer machte die Gegenseite für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich: Kanada habe es abgelehnt, „das Handelsabkommen zu Bedingungen abzuschließen, die eigentlich zuvor schon vereinbart worden waren“, erklärte er.
Die Ablehnung sei trotz der Angebote Washingtons zur Zollsenkung bei Stahl, Autos, Holz und Aluminium im Gegenzug zu Zugeständnissen Kanadas erfolgt.
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