Alle Schulen betroffen! - Bundesland plant das strengste Handy-Verbot
Stuttgart – Baden-Württemberg plant das strengste Handy-Verbot an Schulen in ganz Deutschland. Smartphones sollen für Schüler verboten werden – sogar außerhalb des Unterrichts. CDU-Kultusminister Andreas Jung (51) hat dazu jetzt Eckpunkte vorgelegt. „Wenn Schule ist, hat das Handy Pause“, heißt es von einem Sprecher des Ministeriums.
Das geplante Verbot gilt für alle Schüler, alle Klassen und alle öffentlichen Schulen – von der ersten bis zur letzten Unterrichtsstunde, inklusive Pausen. Starten soll die neue Regelung ab dem Schuljahr 2027/28. Doch es gibt Ausnahmen: In Mittagspausen, während Heim- und Ausgangszeiten in Internaten sowie bei außerschulischen Veranstaltungen dürfen die Schüler ihr Handy nutzen. Das geht aus den Eckpunkten hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegen.
Auch aus wichtigen Gründen bleibt das Smartphone erlaubt – etwa wenn Nachmittagsunterricht spontan ausfällt und Eltern informiert werden müssen oder Busfahrpläne gecheckt werden. Gleiches gilt bei Notfällen, Krisensituationen oder aus gesundheitlichen Gründen. Diabetiker dürfen so beispielsweise eine App zur Messung des Blutzuckerspiegels benutzen.
Mit den Eckpunkten setze man um, was Grüne und CDU im Koalitionsvertrag vereinbart hätten, teilte ein Ministeriumssprecher mit. Die pädagogische Nutzung von Handys und Tablets im Unterricht soll aber weiter möglich bleiben. Bislang müssen Schulen sich selbst Regeln zur Handynutzung geben, landesweit einheitliche Vorgaben gibt es in Baden-Württemberg noch nicht. Ministerpräsident Cem Özdemir (60) sprach sich schon im Wahlkampf für ein landesweites Handy-Verbot aus: „Dann haben wir Gleichheit unter den Schulen.“
Nach den Sommerferien steht die regierungsinterne Abstimmung an. Danach geht die Regelung in die Anhörung von Experten, Verbänden und Gewerkschaften. Die Schulen müssen ihre Schulordnungen entsprechend anpassen. Die bisher strengste Regelung hat Hessen , auch hier sind Handys an den Schulen grundsätzlich verboten. Ausnahmen gelten aber oft für ältere Schüler.
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