Konzernchef Blume nennt Lage bei VW „mehr als kritisch“
Bei Volkswagen soll sich der Vorstand kommende Woche auf mehreren Betriebsversammlungen zu seinen Sparplänen äußern - Konzernchef Oliver Blume nannte die Lage bei Europas größtem Autohersteller vorab „mehr als kritisch“.
Der Konzern sei „überdimensioniert“, sagte Blume in einem internen Interview.
Eine konkrete Entscheidung zu Werksschließungen sei aber noch nicht getroffen.
Ein Abbau von rund 50.000 Stellen weltweit bis 2030 sei „keine fixe Zielgröße“.
Die Betriebsversammlungen sind an verschiedenen VW-Standorten angesetzt.
Am Dienstag in Wolfsburg sowie am Mittwoch in Emden und Zwickau steht Konzernchef Blume Rede und Antwort.
VW hat in Deutschland laut Blume mehr als 275.000 Beschäftigte, weltweit über 600.000.
In dem Interview im VW -Intranet bekräftigte Blume, es gebe keine VW-Krise, sondern eine Krise der gesamten Automobilbranche. „Alle kämpfen.“ Die Branche stecke „im größten Umbruch in der Geschichte“.
Im Wettbewerbsvergleich schlage VW sich „ordentlich“.
Die absoluten Zahlen allerdings seien „insgesamt zu schwach“. „Wir können uns nicht damit zufriedengeben, seit zehn Quartalen weniger zu verdienen als im Jahr zuvor.“ Es fehlten die Mittel für „neue Technologien, neue Produkte und unsere Standorte“.
Der sogenannte Zukunftsplan für Einsparungen sei „in vollem Lauf“, sagte Blume weiter.
Viele Maßnahmen seien angestoßen, wesentliche Teile würden bereits umgesetzt, „ohne die Zustimmung übergeordneter Gremien einholen zu müssen“.
Der Konzernchef hatte seine Sparpläne im Juli im Aufsichtsrat vorgestellt; eine Entscheidung wurde aber nicht getroffen.
Medienberichten zufolge wollte das Land Niedersachsen - mit 20 Prozent der Stimmrechte Großaktionär - nicht zustimmen.
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