Investorenplan der Fifa: Uefa will Strafverfahren gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino
Im Streit um den WM-Investorendeal bereitet die Uefa eine Anzeige gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino vor. Das geht aus einem 60-seitigen Dokument an ein Distriktgericht im US-Bundesstaat Florida hervor. Darin heißt es, dass die Uefa und andere interessierte Parteien derzeit »die Einleitung eines Strafverfahrens in der Schweiz gegen Infantino und möglicherweise weitere Fifa-Funktionäre und -Berater wegen krimineller Misswirtschaft gemäß Artikel 158 des Schweizer Strafgesetzbuches« vorbereiteten.
Der Plan habe darauf abgezielt, Infantino und einem kleinen Kreis »eine dauerhafte Beteiligung an den wertvollsten Vermögenswerten der Fifa zu verschaffen und ihnen anderweitig Gewinne daraus zu ermöglichen – zum Nachteil der Fifa, ihrer Mitglieder und anderer Akteure innerhalb der Fußballfamilie«, hieß es in dem Schreiben an das Gericht. In dem Dokument kritisiert die Uefa den »absurd niedrig« angesetzten Unternehmenswert von rund 20 Milliarden US-Dollar.
Die Uefa beantragte für die Aufarbeitung die Herausgabe von relevanten Unterlagen unter anderem durch die Fifa sowie die Investmentgesellschaft Thrive Capital, die als Hauptinvestor eine wichtige Rolle in Infantinos Plan gespielt hatte. Diese sollen später in einem möglichen Strafverfahren als Beweismittel in der Schweiz verwendet werden.
Das Vorgehen erinnert an den Sturz von Infantinos Vorgänger Sepp Blatter im Jahr 2015. Der langjährige Fifa-Präsident gab sein Amt auf, nachdem die US-Justiz in zahlreichen Fällen ermittelt hatte. Blatter selbst wurde nie verurteilt, allerdings verlor er den Rückhalt der Mitgliedsverbände der Fifa.
Mit ihrem Vorstoß forciert die Uefa Infantinos Rückzug . Über weitere Schritte beriet die Uefa rund um die Auslosung zur Champions League in Monaco. Dort trafen sich die 55 nationalen Verbandschefs und das Exekutivkomitee des Verbandes.
Die Drohung der Uefa, die von der Fifa organisierten Turniere zu boykottieren, ist dagegen wohl vom Tisch. Hintergrund ist die angebliche Zusage der Fifa, wonach etwas Vergleichbares wie der Investorenplan von Infantino nie mehr auf den Tisch kommen werde. Nach Informationen der Nachrichtenagentur SID könnte der europäische Verband seine Drohung daher zeitnah zurücknehmen.
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