Das abgespaltene Russlandgeschäft von Globus wirft neue Fragen auf
Trotz Abspaltung Russlandgeschäft von Globus wirft weiter Fragen auf Stand: 21.10.2026 • 15:31 Uhr
Die Eigner der Handelsgruppe Globus sind unter dem Namen "Hyperglobus" weiter in Russland aktiv. Eine Plusminus -Recherche zeigt nun: Einer dieser Märkte unterstützt eine Organisation, die Ausrüstung an die russische Armee liefert.
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 haben sich zahlreiche westliche Unternehmen aus Russland zurückgezogen. Darunter Firmen wie etwa McDonald’s, IKEA oder Obi. Andere sind geblieben - darunter die deutsche Handelsgruppe Globus. Allerdings hat Globus das Russlandgeschäft im vergangenen Jahr in eine eigenständige Gesellschaft namens Hyperglobus ausgegliedert.
Doch die Trennung steht nur auf dem Papier - denn die Eigentümerfamilie Bruch kontrolliert weiterhin das Unternehmen als Mehrheitseigner. Der saarländische Milliardär Thomas Bruch hat Anfang Oktober Altkanzler und Putin-Freund Gerhard Schröder in den Aufsichtsrat von Hyperglobus geholt .
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Nach Angaben der ukrainischen Organisation "Business4Ukraine" zahlt Globus zwischen 2022 und 2025 insgesamt 86 Millionen Euro Steuern an den russischen Staat. "Der nutzt das Geld, um damit auch den Krieg in der Ukraine zu finanzieren", sagt Nezir Sinani, Vorsitzender von "Business4Ukraine". Zu den Steuerzahlungen haben sich weder Globus noch Hyperglobus auf Anfrage geäußert.
Diese Zahlungen sind nicht das einzige Problem. Recherchen von Plusminus zeigen, wie leicht Unternehmen in Russland indirekt zu Unterstützern des Kriegs werden können. So finanziert etwa ein Hyperglobus-Markt im Moskauer Vorort Balaschicha eine Gruppe namens "Freiwillige von Balaschicha".
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Die russischen Kampftruppen in der Ukraine schicken im Gegenzug Videos an die Gruppe: Soldaten stehen vor ihren Panzern und bedanken sich für die Unterstützung aus Balaschicha. Zudem organisiert die Gruppe Veranstaltungen, bei denen für die russische Armee geworben wird.
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Auch das russische Fernsehen berichtet immer wieder über die Gruppe und ihre Hilfe für die Armee, zeigt die Freiwilligen beim Knüpfen von Tarnnetzen. In einem Beitrag spricht die Leiterin von mehr als zwei Tonnen Hilfsgütern, die gerade in einer Lieferung in das Gebiet der sogenannten "militärischen Spezialoperation" gebracht würden. Mit diesem Begriff bezeichnet die russische Führung ihren Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Hyperglobus bestreitet nicht, die Gruppe zu finanzieren, weist aber eine Unterstützung von militärischen Handlungen zurück. Der Markt in Balaschicha unterstütze die "Freiwilligen von Balaschicha" rein zweck- und sachgebunden bei Projekten der alltäglichen Nachbarschaftshilfe. Die Organisation selbst hat auf eine Anfrage von Plusminus nicht reagiert.
Der Fall, ein Beispiel für die Risiken, die deutsche Unternehmen eingehen, wenn sie am russischen Markt festhalten.
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