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Mobilfunk-Frequenzen: Kommt der nächste Handyvertrag von SpaceX?

Der Spiegel ·
Mobilfunk-Frequenzen: Kommt der nächste Handyvertrag von SpaceX?

Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX geht auf Angriffskurs gegen Mobilfunkanbieter. In den USA hat SpaceX-Satellitenbetreiber Starlink den ‌Kauf eines landesweiten Portfolios an Mobilfunkfrequenzen vereinbart – und baut damit die Basis für ein Mobilfunkangebot aus dem All. Es sind solche im Niederfrequenz-Bereich, mit denen sich auch Hindernisse wie Wände oder Bäume durchdringen lassen.

Bislang muss Starlink mit den Funksignalen seiner Satelliten arbeiten, die nicht stark genug für Mobilfunkverbindungen in Gebäuden sind. Mit dem Frequenzkauf überwindet die Firma eine ⁠der ⁠größten technischen Hürden für satellitengestützte Mobilfunknetze und könnte so etablierten Mobilfunkkonzernen womöglich bald Paroli bieten. Die neuen Frequenzen sollen das ‌bestehende globale 2-Gigahertz-Spektrum von Starlink Mobile ​ergänzen, das für ‌hohe Bandbreiten ausgelegt ist. Das Geschäft muss noch von der US-Kommunikationsbehörde FCC genehmigt werden.

Die Nachricht könnte Manager wie Telekom -Chef Tim Höttges aufschrecken. Im August hatte der sich noch entspannt gegeben angesichts der Pläne von SpaceX, über Starlink auch Mobilfunkkunden anzulocken. Die bisherigen Satellitensignale reichten nicht, um Handyverbindungen innerhalb von Häusern zu garantieren, sagte Höttges. Und Starlink verfüge bislang nur über einen Bruchteil der Frequenz-Kapazitäten. ​Mobilfunk über Satellit sei eher auf dem Land eine sinnvolle Ergänzung.

Dagegen zeigte sich SpaceX-COO Gwynne Shotwell sicher, dass genau dies Starlink zu einem echten Mobilfunkkonkurrenten machen könne. Mit neuen, leistungsstärkeren Satelliten ließen sich die heutigen Bereiche ohne Mobilfunkinternet abdecken – die Lücken sind ein Problem für viele Handykunden in den USA, aber auch ein Ärgernis in vielen Landstrichen Deutschlands. Im Frühjahr hatte die Telekom angekündigt, mit Starlink zu kooperieren, um über das Satelliteninternet Lücken im eigenen Mobilfunknetz zu schließen. Ab 2028 soll dies möglich sein.

Nun geht Starlink noch deutlich darüber hinaus: Mit dem Kauf der 800-Megahertz-Frequenzen von Finanzinvestor Grain Management, der sein Portfolio vollständig abgibt, könnte SpaceX zum baldigen Herausforderer führender Anbieter wie der US-Telekom-Tochter T-Mobile US und Verizon aufsteigen.

Für die Nutzung des klassischen Starlink-Angebots sind normalerweise noch spezielle Antennen und Empfangsgeräte am Boden nötig. Mit den nächsten Generationen der Technik sollen Smartphones stärker direkt auf das Netz aus dem All zugreifen. Mobiles Internet wäre dann eben auch dort, wo derzeit kein Mobilfunknetz ist. Und mit dem geplanten Frequenzkauf würde Starlink sein Angebot noch stärker ausweiten.

2 Min Zur Merkliste hinzufügen Unternehmen von Elon Musk: Telekom möchte Funklöcher mit Starlink schließen 2 Min Zur Merkliste hinzufügen 2 Min Zur Merkliste hinzufügen Erfolgreicher Test in Norwegen: Wie Starlink den Internetempfang im Zug beschleunigt Von Richard Holtz 4 Min Zur Merkliste hinzufügen 4 Min Zur Merkliste hinzufügen Starlink kam Ende März auf gut zehn Millionen Kunden.

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