Piraterie vor Somalia: Piraten kapern erneut Tanker vor der Küste Somalias
Erneut haben somalische Piraten nach Angaben der britischen Seefahrtbehörde UKMTO einen Tanker vor der Küste Somalias gekapert. Acht Menschen enterten das Handelsschiff in der Nähe der somalischen Ortschaft Marraye und brachten es unter ihre Kontrolle, wie UKMTO mitteilte. Den Namen des Schiffes nannte die Behörde nicht.
Das EU-Seefahrtszentrum MSCIO teilte mit, die Besatzung befinde sich in Sicherheit. Die Küstenregionen vor Somalia liegen an mehreren für den Welthandel zentralen Schiffsrouten.
Piraterie war vor der Küste Somalias in den 2000er Jahren weit verbreitet und erreichte im Jahr 2011 mit hunderten Angriffen ihren Höhepunkt. Durch internationale Militäreinsätze und neue Schutzmaßnahmen der Reedereien ging die Zahl der Überfälle in der Folge drastisch zurück.
Seit diesem Jahr sind somalische Piraten jedoch wieder vermehrt aktiv geworden. Im April und Mai wurden drei Tanker mit Erdöl und Düngemitteln gekapert und vor der somalischen Küste festgehalten. Ein mit Chemikalien beladener Tanker wurde in jemenitischen Gewässern gekapert und im Juli an die somalische Küste gebracht.
Zusätzlich ist der Schiffsverkehr derzeit durch den Krieg zwischen den USA und dem Iran sowie die faktische Schließung der Straße von Hormus belastet. Schiffe müssen daher auf andere Routen ausweichen, die internationale Handelsschifffahrt ist dadurch einem erhöhten Risiko durch Angriffe ausgesetzt.
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