Mitten in der Urlaubszeit pleite - Camper-Vermietung macht wegen Insolvenz dicht
München – Diese Insolvenz ist für Urlauber, die beim betroffenen Unternehmen einen Camper gebucht haben, bitter. Wer sich auf einen verdienten Urlaub mit einem Camper gefreut hat, steht plötzlich ohne Fahrzeug da. Denn der Vermieter macht urplötzlich komplett dicht.
Die Münchner FreeVenture GmbH, Betreiberin der Camper-Vermietung Vanever, hat den Antrag auf Insolvenz gestellt. Der Geschäftsbetrieb wurde zum 16. August eingestellt. Seitdem werden Fahrzeuge nicht mehr an Kunden übergeben. Vanever verfügte zuletzt über 428 Camper an zwölf Standorten in Deutschland und Österreich. 35 Mitarbeiter, davon 27 in den eigenen Stationen, sind von der Insolvenz betroffen.
Statt eigene Fahrzeuge zu erwerben, mietete Vanever die Camper selbst saisonal an. Der wichtigste Fahrzeuglieferant des Unternehmens ist ein Zusammenschluss mehrerer Camper-Hersteller. Doch der hat Ende Juli wegen offener Forderungen den Vertrag gekündigt. Die Krux: Ohne dessen Fahrzeuge kann Venever keine Camper mehr an Kunden ausgeben.
Die meisten Urlauber hatten ihre Reise bereits bezahlt. „Dabei handelt es sich um etwa 700 bis 1000 Buchungen“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter Rolf G. Pohlmann (52) von der Kanzlei Pohlmann Hofmann zu BILD. Trotzdem erhalten diese Kunden keinen Camper mehr. „Mir ist bewusst, dass diese Situation für viele Kunden in der laufenden Urlaubssaison eine ganz erhebliche Belastung bedeutet. Das ist eine blöde Situation. Dennoch ist die Einstellung des Betriebs die einzig rechtlich zulässige und wirtschaftlich verantwortungsvolle Entscheidung“, so der Insolvenzverwalter weiter zu BILD.
Wer direkt bei Vanever gebucht und per Überweisung vorab bezahlt hat, kann seine Forderung erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Insolvenzverwalter anmelden. Ob Kunden ihr Geld zurückbekommen, ist aber offen. Kunden, die per Kreditkarte oder PayPal in Vorkasse gegangen sind oder über Check24 gebucht haben, haben etwas bessere Chancen, da die Kundengelder geparkt dort sein sollen.
Vanever hatte in den vergangenen Jahren stark auf Wachstum gesetzt. Doch die Nachfrage brach ein. Die Gründe dafür, laut Geschäftsführer Philipp Jacke: „Mit dem Ausbruch des Iran-Kriegs, stark steigenden Kraftstoffpreisen und einer allgemeinen wirtschaftlichen Eintrübung veränderte sich das Buchungsverhalten der Kunden im Frühjahr 2026 erheblich.“
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