Künstliche Intelligenz: Anthropic-KI liefert Polizei eigenmächtig falsche Hinweise in Mordfall
Ein KI-Modell der Firma Anthropic gibt einen Hinweis in einem ungelösten Mordfall.
Doch der bleibt weiter ungeklärt, denn die angeblichen Informationen sind halluziniert.
Künstliche Intelligenz der Entwicklerfirma Anthropic hat in einem Testlauf einen falschen Hinweis auf einer Polizei-Website zur Aufklärung ungelöster Mordfälle eingereicht.
In einem weiteren Zwischenfall füllte die KI-Software Formulare auf einer US-Regierungsseite aus, wie Anthropic in einem Blogeintrag bekanntgab.
Medienberichten zufolge waren es 20 Visa-Anträge beim amerikanischen Außenministerium.
In den vergangenen Wochen wurden bereits verschiedene ungeplante Aktivitäten vor allem von KI des ChatGPT-Entwicklers und Anthropic-Rivalen OpenAI bekannt.
Die Unternehmen trainieren aktuell so genannte KI-Agenten – also Software, die im Auftrag der Nutzer weitgehend autonom verschiedene Aufträge erfüllen soll.
Die von Anthropic aufgelisteten Vorfälle gehen direkt auf Versuche zurück, die KI für alle möglichen Online-Aufgaben vorzubereiten. „Ich erinnere mich“, schrieb die Anthropic-KI Den Fake-Hinweis zu einem ungeklärten Mord reichte Anthropics KI über eine Website der Polizei von Philadelphia ein. „Ich könnte Informationen zu diesem Fall haben“, schrieb die Software demnach. „Ich erinnere mich, jemanden, der der Beschreibung entspricht“, in der Gegend zur Tatzeit gesehen zu haben, hieß es weiter.
Die Website der Polizei enthielt allerdings gar keine Täter-Beschreibung.
Die Software ließ außerdem das Kontakt-Feld offen – und ihre Einreichung wurde als Spam markiert.
Die Polizei von Philadelphia kritisierte als „inakzeptabel“, dass sie erst jetzt von dem Vorfall Mitte Juli erfuhr.
Anthropic zufolge wurde das Handeln der KI Ende September bei einer vertieften Überprüfung von Testläufen nach anderen Zwischenfällen entdeckt.
Die Software habe den Auftrag gehabt, Aufgaben auf zufällig ausgesuchten Websites auszuführen.
Ihr sei zwar untersagt gewesen, etwa Accounts anzulegen oder Dinge zu kaufen - aber das Ausfüllen von Formularen habe man nicht verboten.
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