"Zombiefeuer": Wie gefährlich sind diese wiederkehrenden Feuer?
"Untote" Feuer Wie gefährlich sind wiederkehrende "Zombiefeuer"? Stand: 26.08.2026 • 10:38 Uhr
Waldbrände überall in Europa - dabei war auch immer wieder von "Zombiefeuern" die Rede. Was steckt dahinter? Und wie groß ist die Gefahr, dass auch in Deutschland bereits totgeglaubte Feuer plötzlich wiederkehren?
Erst ist es eine verweste Hand, die plötzlich aus der Erde auftaucht, kurz darauf ist es eine rasch größer werdende Horde von Zombies, die alles auffressen, was sie finden können. Dieses drastische Horrorfilm-Bild haben Wissenschaftler herangezogen, um Waldbrände zu beschreiben, die plötzlich wieder aufflammen, obwohl sie längst als gelöscht galten. Doch nicht jeder "untote" Waldbrand ist gleich ein echtes "Zombiefeuer".
Was alle Vegetationsbrände gemeinsam haben - die unerwartet wiederkehren, obwohl sie bereits erfolgreich bekämpft wurden - sind mächtige humus- und torfreiche Böden unter der verbrannten Oberfläche. Gut durchgetrocknet können diese in Teilen oder sogar ganz brennen.
Verantwortlich für das Wiederentfachen nach eigentlich erfolgreich abgeschlossenen Löscharbeiten sind oft einzelne, versteckte Glutnester im Untergrund, wie etwa große Baumwurzeln. Sie kokeln langsam vor sich hin und erwecken bei günstiger Witterung das Feuer wieder zum Leben. Deutlich problematischer als solche einzelnen Glutnester sind allerdings ausgetrocknete Moorböden: Hier kann sich das Feuer nicht nur horizontal, sondern auch vertikal ausbreiten.
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"Das ist dann unheimlich schwer zu löschen, weil man sieht nicht unbedingt, wo es gerade brennt", erklärt der aus Kalifornien stammende Waldbrandexperte und Feuerwehrmann Lindon Pronto. Solche "versteckten" Brände im Torf, der in unseren Breiten Jahrhunderte lang als Brennstoff zum Heizen verwendet wurde, können gerade bei trockengelegten Mooren auch mit wenig Sauerstoff lange Zeit schwelen und neue Waldbände entfachen. Wissenschaftler nennen solche wiederkehrende Schwelbrände "holdover fires" , was so viel wie "Überbleibselfeuer" bedeutet.
Ein "holdover fire" ist allerdings nicht gleich ein "zombie fire" oder zu Deutsch "Zombiefeuer". Damit bezeichnen Wissenschaftler - zumindest inoffiziell - eigentlich nur Waldbrände, die über die Winterzeit ruhen und über mehrere Jahre hinweg zur Waldbrandsaison immer wiederkehren.
Bekannt ist dieses Phänomen vor allem aus Regionen mit Böden mit hohem Torfanteil in der Arktis und Sub-Arktis, wo die Glut im Boden sogar unter der Schneedecke praktisch "überwintert". Folglich kann man beispielsweise beim Brand im Hohen Venn erst dann von einem "echten Zombiefeuer" sprechen, wenn das totgeglaubte Feuer im kommenden Frühjahr oder Sommer durch die tief im Boden sitzende Glut wieder aufersteht.
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Die meisten "Zombiefeuer" brennen sich in unbewohnten arktischen Regionen durch den Boden, wo sie von Satelliten nur schwer zu erkennen sind, da sie unter der Oberfläche liegen.
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