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Kultur

BILD bei der E-Sport-WM in Paris - Hier zocken Gamer um 65 Millionen Euro

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BILD bei der E-Sport-WM in Paris - Hier zocken Gamer um 65 Millionen Euro

Paris (Frankreich) – Bei einer WM denken die meisten an Fußball. Vielleicht an Handball. Vielleicht an Basketball. Doch gerade läuft in Paris eine Weltmeisterschaft in einer Dimension, die viele „klassische Sportturniere“ in den Schatten stellt. Beim E-Sports World Cup kämpfen mehr als 2000 Spieler aus über 100 Ländern um insgesamt 65 Millionen Euro Preisgeld. Für viele ist es der Moment, auf den sie jahrelang hingearbeitet haben. Hier geht es um Preisgelder, die Leben verändern können.

Die Hallen sind voll, die Spiele werden weltweit verfolgt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) war bei der Eröffnung dabei. BILD war vor Ort, sprach mit dem Chef der E-Sport-WM und bekam einen Blick hinter die Kulissen.

BILD durfte hinter jene Türen schauen, die für die meisten Zuschauer geschlossen bleiben. Eine Straße weiter wurde auf 18.000 Quadratmetern eine eigene Welt für die Profis aufgebaut. 120 Trainingsräume stehen für Taktikbesprechungen, Analysen und Probematches bereit. Dazu kommen Ruheräume, Physiotherapie, Barber, Baristas und Verpflegung vom frühen Morgen bis tief in die Nacht. Selbst die Essensauswahl richtet sich danach, welche Nationen in der jeweiligen Woche vor Ort sind. Mehr als 100 Mitarbeiter kümmern sich ausschließlich um die Spieler , damit diese ihre Bestleistung abrufen können.

Dass diese Weltmeisterschaft heute solche Ausmaße erreicht, hat vor allem mit einem Deutschen zu tun: Ralf Reichert (51) aus Oberhausen. Er gilt als einer der wichtigsten Köpfe des E-Sports und steht heute als CEO an der Spitze des Esports World Cup. Reichert begleitet die Branche seit den späten 90er-Jahren. Damals musste er oft erst den eigenen Eltern erklären, warum Gaming mehr sein kann als ein Hobby.

Reichert: „Erst haben meine Eltern verstanden, dass E-Sport ein Zuschauersport ist. Dann die Gesellschaft. Und jetzt die Politik.“ Nur eben nicht überall gleich schnell. Während Macron die E-Sport-WM persönlich eröffnete, sieht Reichert Deutschland noch nicht auf diesem Niveau. „Auf bundespolitischer Ebene ist da noch viel zu tun“, sagt er. Seine Erklärung: „Wenn der Bundeskanzler kein Gamer ist, dann kann er sich natürlich nicht damit identifizieren.“

Für viele Spieler können die Preisgelder das Leben verändern. Reichert erzählt von einem pakistanischen Profi, der rund 220.000 Euro gewann: „Er kann seiner Familie davon ein Haus kaufen und sie langfristig unterstützen.“ Für Reichert zeigt dieses Beispiel, was aus E-Sport geworden ist: Aus einem belächelten Hobby wurde eine Weltmeisterschaft mit Millionenpublikum, Staatsgästen und Chancen, die vor wenigen Jahren kaum jemand für möglich gehalten hätte.

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