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Rekord-El Niño - Das bedeutet ein Riss im Polarwirbel für unseren Winter

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Rekord-El Niño - Das bedeutet ein Riss im Polarwirbel für unseren Winter

Bekommt Deutschland im Winter wieder einen Kälte-Hammer zu spüren? Eigentlich schien die Sache klar. Die Wettermodelle rechnen bislang mit einem milden Winter: viel Westwind, viel Regen, wenig Frost. Doch nun diskutieren Meteorologen über einen möglichen Riss im Polarwirbel. Der hätte enorme Auswirkungen auf unseren Winter.

Die zugefrorene Ostsee. Vereiste Weichen, die den Zugverkehr ganzer Regionen lahmlegten. Meterhohe Schneewehen. Die Bilder aus dem vergangenen Winter sind vielen noch in Erinnerung. Sie könnten sich schnell wiederholen. Meteorologen sehen eine 20- bis 30-prozentige Wahrscheinlichkeit für einen harten Winter .

Grund für die neuen Prognosen: Im Pazifik baut sich derzeit ein Rekord-El-Niño auf . Und dieser beeinflusst den Polarwirbel. Noch halten die meisten Modelle den Polarwirbel über der Arktis stabil. Der gewaltige Luftstrudel sorgt normalerweise dafür, dass die eisige Polarluft im hohen Norden bleibt. Aber: „Sollte der Polarwirbel reißen, dann kann die eiskalte Luft nach Süden ausbrechen und auch Europa eisig lahmlegen“, sagt Wetterexperte Dr. Karsten Brandt zu BILD.

Diplom-Meteorologe Sebastian Wache von WetterWelt sieht sogar schon im Oktober einen Wetterwechsel. Der Experte zu BILD: „In Richtung Oktober könnte es zu einem Split des Wirbels kommen mit einem Ableger über Skandinavien. Das würde mehr Herbstwetter bei uns bedeuten, ist aber extrem unsicher.“

Kommt es tatsächlich zu einem Riss im Polarwirbel, könnte sich das Wetter binnen kurzer Zeit grundlegend verändern. Dann wären auch längere Frostphasen und Schnee in Deutschland wieder ein Thema. Denkbar wären diese Szenarien ab Januar. Dr. Brandt warnt vor den möglichen Folgen eines solchen Szenarios: „Dann wären unsere Gasspeicherreserven rasch aufgebraucht und der Januar und eventuell der Februar kalt , mit 0 Grad Celsius im Mittel statt 6 Grad Celsius und mehr.“

Ebenso sorgen sich die Meteorologen über das außergewöhnlich starke El-Niño-Phänomen im Pazifik selbst. Dort steigen die Wassertemperaturen seit Wochen weiter an. „Der El Niño wird ein Rekord-El-Niño. Wir sehen derzeit bei den Wassertemperaturen nur einen Trend, und der zeigt nach oben“, sagt Diplom-Meteorologe Sebastian Wache zu BILD. Direkte Auswirkungen auf Deutschland seien zunächst zwar noch nicht zu erwarten. Langfristig könne die zusätzliche Wärme in der Atmosphäre jedoch Einfluss auf die Wettersysteme nehmen. Also auch direkt auf uns. Vor allem auf unseren nächsten Sommer.

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