Schwäbische Alb: Die Zukunft war uns in Deutschland immer schon zu teuer
Ich wanderte am Sonntag über die Wiesen, und ich habe keinen Vogel singen hören. Ich stand auf einem hohen Berg und sah hinunter auf ein braunes, ausgedörrtes Tal. Ich habe fast kein Grün mehr gesehen. Das Tal, das ich seit Jahrzehnten kenne, blühte früher in allen Farben. Im Wind rollten die Silberkämme der Gräser wie Meereswellen.
Dieses Tal auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb barg Leben in solcher Fülle, dass es einen ganz einhüllte, wenn man sich ihm hingab. Wer sich ins Gras legte, wurde mit Samenkörnern bedeckt, mit Schwebfliegen aller Art, Ameisen, Käfern, schillernden Wanzen. Ich kenne nur von den wenigsten die Namen. Jetzt wanderte ich durch massenhaftes Sterben. Es ist kaum noch eine Pflanze am Leben. Ihre Kadaver zerbröselten unter meinen Füßen. Der Wind wehte den Staub durchglühter Erde auf. Ich bemerkte nur wenige Insekten, sah keine Fliege, keine Bremse.
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