Minderheiten: Beauftragter: Ausgrenzung von Sinti und Roma in der Schule
Etwa 10.000 Sinti und Roma leben in Rheinland-Pfalz.
Viele von ihnen haben mit Diskriminierung zu tun - häufig auch in der Schule.
Wie will der Antiziganismusbeauftragte dagegen vorgehen? Sinti und Roma werden nach Einschätzung des rheinland-pfälzischen Antiziganismusbeauftragten Michael Hartmann im Schulalltag oft diskriminiert. „Viele Lehrer wissen genauso wenig über diese Minderheiten wie ihre Schülerinnen und Schüler“, sagte der SPD-Politiker im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. „Schule ist ein Thema, das mir im Sinne von unangenehmen Einzelfällen immer wieder begegnet, dass also Kinder aus der Community der Sinti und Roma ausgegrenzt und stigmatisiert werden“, sagte Hartmann.
Der 63-Jährige wurde im Sommer 2025 in das Amt des Landesbeauftragten gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma berufen und vor kurzem von der neuen Landesregierung darin bestätigt.
Umgang mit Sinti und Roma in der Lehrerausbildung verankern Der Umgang mit Sinti und Roma müsse Teil der Lehreraus- und -fortbildung werden, forderte Hartmann.
Darüber werde er das Gespräch mit der neuen Kultusministerin Ute Eiling-Hütig ( CDU ) suchen.
Viele Sinti und Roma hätten in Zeiten einer erstarkenden AfD aufgrund der Erfahrungen ihrer Familien in der NS-Zeit Angst, dass die Verfolgung wieder losgehe, und fragten sich, wo sie dann hingehen sollten, berichtete Hartmann. „Sie waren genauso wie Jüdinnen und Juden zur völligen Vernichtung vorgesehen.
Das ist vielen gar nicht bekannt“, sagte Hartmann über den Nationalsozialismus.
Etwa 10.000 Sinti und Roma lebten derzeit in Rheinland-Pfalz .
Zweite Verfolgung systematisch aufarbeiten Dazu komme eine „zweite Verfolgung“ nach 1945, in der die wenigen Überlebenden oft an den Stadtrand gedrängt und stigmatisiert worden seien - mit Folgen bis heute.
Hartmann sprach sich dafür aus, dies auch für Rheinland-Pfalz systematisch aufzuarbeiten.
Die Aufgabe des Antiziganismusbeauftragten sei wichtiger denn je, hatte Innenminister Achim Schwickert (CDU) im Sommer gesagt.
Hartmann bringe große Erfahrung, Glaubwürdigkeit und ein tiefes Verständnis für die Lebenswirklichkeit der Sinti und Roma mit.
Es gehe darum, Ausgrenzung sichtbar zu machen, Betroffene zu stärken und gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen. „Wechselseitig mehr Verständnis erreichen“ - so beschreibt Hartmann sein wichtigstes Ziel.
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