Tourismus: Camper als Tourismus-Booster: Warum Kommunen Plätze ausbauen
Wohnmobilgäste buchen zwar kein Hotelzimmer - aber sie bringen zusätzlichen Umsatz für heimische Geschäfte.
Das ist aber nur ein Grund, warum hessische Kommunen in Camper-Stellplätze investieren.
Das Ehepaar Rolf und Sabine G. aus Hannover ist mit seinem Wohnmobil auf der Durchreise nach Berlin im mittelhessischen Alsfeld gelandet.
Auf dem städtischen Stellplatz wird erst mal Kaffee getrunken. „Wir sind gerade angekommen, aber finden es direkt ganz schön“, sagt Sabine. „Uns war ein Stellplatz wichtig, der in der Nähe der Stadt ist - denn da wollen wir gleich noch hin.“ Und Rolf ergänzt: „Bei uns ist der Weg das Ziel.“ Auf den Platz im Vogelsberg ist das reiselustige Paar über die guten Bewertungen im Internet aufmerksam geworden.
Rund ein Dutzend Wohnmobile stehen an einem Tag unter der Woche auf dem ruhigen Platz direkt am Flüsschen Schwalm .
Zur mittelalterlichen Altstadt von Alsfeld sind nur wenige Hundert Meter.
Die Urlauber sind überwiegend im Rentenalter, einige haben ihre Campingstühle vor dem Wohnmobil aufgestellt.
Es herrscht eine entspannte Atmosphäre.
Jede vierte Übernachtung in Alsfeld ist im Wohnmobil Gäste mit Wohnmobilen buchen zwar keine Übernachtung im Hotel oder in der Pension - aber sie sind in Alsfeld trotzdem sehr gerne gesehen.
Rund ein Viertel aller Übernachtungen in dem Städtchen werden inzwischen auf dem Wohnmobilstellplatz registriert - insgesamt sind es derzeit 23.000 jährlich, wie das Stadtmarketing mitteilt.
Der Alsfelder Wohnmobilstellplatz ist im laufenden Betrieb wirtschaftlich, die Kosten werden durch die Einnahmen gedeckt, wie die Stadt erklärt. „Unabhängig von der Wirtschaftlichkeit liegt für uns der größere Mehrwert jedoch in der Gesamtwirkung: Der Wohnmobilstellplatz bringt zusätzliche Gäste nach Alsfeld.“ Der Stellplatz sei mittlerweile selbst außerhalb der Wochenenden und Hauptreisezeiten voll belegt, teilt das Stadtmarketing mit.
Der Stellplatz sei ein wichtiger Bestandteil der Tourismusförderung.
Wohnmobilgäste blieben nicht ausschließlich an ihrem Fahrzeug, sondern verbrächten Zeit in der Stadt. „Sie besuchen Gastronomiebetriebe, Geschäfte, Veranstaltungen und touristische Einrichtungen - und davon profitiert wiederum die lokale Wirtschaft.“ Gemäß Studien gebe ein Wohnmobilist pro Tag in Deutschland zwischen 50 und 70 Euro aus, ergänzt das Stadtmarketing.
Aus einer Stippvisite wird oft mehr „Wohnmobiltouristen waren nicht nur während Corona ein bedeutender Rettungsanker für die Wirtschaft in der Innenstadt“, heißt es aus der Alsfelder Verwaltung.
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