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Das Größte der Region - Fast 900 Jahre altes Weingut steht vor der Pleite

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Das Größte der Region - Fast 900 Jahre altes Weingut steht vor der Pleite

Naumburg (Sachsen-Anhalt) – Riesling, Weißburgunder und eine Weinbautradition, die fast 900 Jahre zurückreicht. Doch ausgerechnet das Landesweingut Kloster Pforta steckt in einer existenziellen Krise. Dem geschichtsträchtigen Betrieb droht das Geld auszugehen. Jetzt soll ein drastischer Sanierungsplan die Pleite verhindern.

Denn fest steht: Ein Verkauf kommt nicht infrage. Nancy Eggeling, Sprecherin des Landesfinanzministeriums, zu BILD: „Eine Veräußerung des Gutes ist nicht geplant. Das Landesweingut leistet mit der Bewirtschaftung dieses ältesten Weinbergs der Region einen wichtigen kulturhistorischen Beitrag zum Erhalt der Weinbautradition und kulturhistorischer Weinbaustandorte in Sachsen-Anhalt.“

Dabei zeichnet ein Gutachten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ein düsteres Bild. Das Weingut, das zu mehr als 90 Prozent dem Land Sachsen-Anhalt gehört, schreibt seit Jahren rote Zahlen. Besonders Trockenperioden, Starkregen und schwere Frostschäden im Jahr 2024 sollen die Lage zusätzlich verschärft haben.

Doch nicht nur das Wetter macht dem Traditionsbetrieb, in dem seit 1137 kontinuierlich Weinbau betrieben wird, zu schaffen. Nach Informationen der „Mitteldeutschen Zeitung“ sehen die Gutachter auch strukturelle Probleme. Demnach seien Teile der Anbauflächen nicht ausreichend genutzt, gleichzeitig seien die Personalkosten zu hoch.

Die Folge: Die finanzielle Lage hat sich immer weiter zugespitzt. Aus eigener Kraft kann das größte Weingut der Saale-Unstrut-Region seine Liquidität offenbar schon länger nicht mehr sichern. Die Experten warnen: Ohne harte Gegenmaßnahmen droht schon 2027 die Insolvenz .

Jetzt zieht die Landesregierung die Notbremse. Anfang August billigte sie ein umfangreiches Sanierungskonzept. Herzstück des Rettungsplans: Die Rebflächen werden radikal verkleinert. Statt bisher rund 50 Hektar sollen künftig nur noch 23,5 Hektar bewirtschaftet werden, berichtet die „Mitteldeutsche Zeitung“.

Erhalten bleiben sollen allerdings die Filetstücke des Weingutes: die renommierten Lagen Saalhäuser und Pfortenser Köppelberg. Zwei Weinberge sollen für rund eine Million Euro an die landeseigene Muttergesellschaft verkauft und anschließend zurückgepachtet werden. Die Sanierung soll sich über vier Jahre erstrecken.

Immer wieder geraten Weingüter oder Winzergenossenschaften in eine finanzielle Schieflage. Nach vier Generationen kämpft das Weingut Huf in Ingelheim (Rheinland-Pfalz) ums Überleben und meldete Insolvenz an.

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