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Bemalte Tiere, gefälschte Daten: Spektakuläre Fälschungsskandale in der Wissenschaft

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Bemalte Tiere, gefälschte Daten: Spektakuläre Fälschungsskandale in der Wissenschaft

Erst gefeiert, dann entlarvt: Von Kröten mit Tinten-Fingern bis zu fingierten chemischen Elementen reicht die Liste großer Wissenschaftsskandale. Ein Betrüger beeinflusste sogar US-Präsident Trump.

Sie wollen die Wahrheit herausfinden und verstehen, wie die Welt wirklich ist – dieser Anspruch eint die meisten Wissenschaftler. Doch immer wieder gibt es auch jene, bei denen andere Motive den größeren Einfluss auf ihr Handeln haben: Sie fälschen Daten und erfinden Ergebnisse. Ein Überblick über die größten Skandale der Wissenschaftsgeschichte.

Paul Kammerer - Kröten mit Tinten-Finger: Der österreichische Biologe Paul Kammerer war zu seiner Zeit ein Star: Anfang der 1920er Jahre sorgte er in der Fachwelt mit seiner Entdeckung für Aufsehen, dass Geburtshelferkröten ( Alytes obstetricans ) im Labor neue körperliche Merkmale entwickelt hatten - und diese auch an ihre Nachkommen vererbten. Es handelte sich dabei um für die Paarung im Wasser wichtige Brunftschwielen an den Fingern von Männchen. Der amerikanische Zoologe G. Kingsley Noble untersuchte 1926 das letzte erhaltene Präparat und stellte fest, dass die vermeintlichen Schwielen lediglich unter die Haut gespritzte schwarze Tinte waren. Als die Sache publik wurde, bestritt Kammerer jegliche Manipulation - und nahm sich das Leben. Wer das Präparat tatsächlich manipuliert hatte, ließ sich nie klären.

Diederik Stapel - Sensations-Studien mit Haken: Seine sozialpsychologischen Experimente waren so plakativ und unterhaltsam, dass sie von Medien weltweit aufgegriffen wurden - der niederländische Forscher Diederik Stapel erforschte etwa, ob Menschen, die an das Verspeisen von Fleisch denken, sich weniger sozial verhalten als andere. Oder ob eine vermüllte Umgebung rassistische Tendenzen und Diskriminierung bei Menschen verstärkt. Doch im Jahr 2011 kam heraus, dass Stapel die Daten seiner berühmten Studien gefälscht hatte - in mindestens 55 Fällen. Der Forscher räumte die Manipulation schließlich ein und gab seinen Doktortitel zurück.

Hwang Woo Suk - angeblich geklonte menschliche Stammzellen: Der südkoreanische Forscher Hwang und sein Team hatten 2004 behauptet, als weltweit erste Forscher menschliche Stammzellen aus geklonten Embryonen gewonnen zu haben. In einer zweiten Studie wurde zudem das erfolgreiche Klonen maßgeschneiderter Stammzellen für Patienten vermeldet, eine Sensation. Doch Zweifel kamen auf und schließlich bestätigte eine Untersuchungskommission im Januar 2006, dass keine der behaupteten Stammzellenlinien nachgewiesen werden konnten und die Daten gefälscht waren. Anfang 2006 musste das renommierte Fachjournal "Science" die beiden Studien zurückziehen. Hwang entschuldigte sich öffentlich, seine Universität entließ ihn. Er klonte in den Folgejahren jedoch weiter für ein privates Unternehmen - unter anderem Hunde.

Victor Ninov – falsche Belege für neue Elemente: Der bulgarisch-amerikanische Physiker Victor Ninov arbeitete am renommierten Lawrence Berkeley National Laboratory, als er 1999 einen sensationellen Fund verkündete: Sein Team habe die Elemente 116 und 118 im Periodensystem entdeckt – neue, superschwere Elemente, die zuvor nur theoretisch vorhergesagt worden waren.

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