News: Friedensnobelpreis, Uefa gegen Infantino, Rot-grün-rote Sondierung in Berlin
Heute verkündet das Norwegische Nobelkomitee, wer den Friedensnobelpreis bekommt, und das ist doch ein schöner Anlass, sich noch einmal kurz daran zu erinnern, wer ihn letztes Jahr nicht bekommen hat: Donald Trump. Gut, das wissen Sie selbstverständlich noch. Aber erinnern Sie sich an das Theater rund um die letztjährige Preisverkündung?
Schon das ganze Jahr über hatte Trump den Preis für sich eingefordert, seine Penetranz gipfelte in der Äußerung, eine Nichtvergabe an ihn wäre eine »Beleidigung für die USA«. Nachdem dann nicht er, sondern die venezolanische Oppositionelle Maria Corina Machado den Preis zugesprochen bekam, meldete sich postwendend sein Sprecher zu Wort: Das Nobelkomitee habe die Politik über den Frieden gestellt (mehr dazu hier ). Im Januar hat Trump sich die Medaille dann von der eigentlichen Preisträgerin Machado schenken lassen, womöglich hängt sie jetzt irgendwo im Weißen Haus an der Wand.
Wenige Tage später wurde eine beleidigte Nachricht von Trump an den norwegischen Ministerpräsidenten bekannt, in der er mitteilte, da man ihm den Preis verweigert habe, sehe er sich jetzt nicht mehr ausschließlich dem Frieden verpflichtet (mehr hier ). Immerhin: An diese Ankündigung hat er sich gehalten (mehr dazu hier ).
Ich finde es bei aller Gewöhnung an Trumps tägliche Ungeheuerlichkeiten immer noch unglaublich, dass sich ein demokratisch gewählter Staatsmann dermaßen peinlich selbstherrlich verhalten kann. Wahrscheinlich hofft er auch heute wieder auf den Nobelpreis. Ich hoffe stattdessen auf eine gute Entscheidung, über die sich die ganze Welt freuen kann. Bis auf einen. Vielleicht läuft es ja wie bei der Literatur – und der Preis geht nach Kanada.
Nach Kanada hier entlang: Nobelpreis für Literatur geht an Anne Carson
Mit dem US-Präsidenten müssen wir noch gute zwei Jahre leben, aber mit der Herrschaft eines ähnlich unangenehmen Zeitgenossen könnte es bald schon vorbei sein: Gestern haben sich in Berlin die Spitzen des europäischen Fußballverbands Uefa getroffen, um darüber zu beraten, wie sie den Fifa-Boss Gianni Infantino loswerden können (mehr dazu hier ). Spätestens beim Fifa-Kongress im kommenden März wollen sie ihn durch einen Kandidaten ihrer Wahl ersetzen. Wer das dann sein soll, sickerte gestern zwar noch nicht durch, mein Kollege Peter Ahrens weiß aber von geplanten Umwälzungen zu berichten, die weit über die Personalie hinausgehen.
Künftig soll der Fifa-Präsident nach den Vorstellungen der Uefa eher repräsentativ tätig sein, das neue Machtzentrum wäre ein Gremium namens Fifa-Council. Bis zum 18. November hat die Uefa nun Zeit, einen Gegenkandidaten zu nominieren. Es soll jemand mit Strahlkraft für den Fußball sein, hat Peter erfahren. Einer, den man nicht nur in Europa, sondern auch anderswo in der Welt kennt und wertschätzt. Hört sich so an, als sei die Uefa auf der Suche nach einer leibhaftigen Lichtgestalt.
Die ganze Geschichte hier: Wie der DFB und die Uefa den Weltfußball revolutionieren wollen
In Berlin wollen Linke, Grüne und SPD Sondierungsgespräche für die Bildung einer Koalition aufnehmen.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.spiegel.de — der Inhalt gehört Der Spiegel.