Ernährungsmediziner Matthias Riedl: „Morgens ein Löffel Leinöl ist super für die Blutfettwerte”
FOCUS online: Esspraktiker, Feinschmecker, Kaloriensparer, Natürlich-Esser, Gewohnheitsesser – zu welchem Typ gehören Sie denn?
Dr. Matthias Riedl: Wenn ich unter Stress stehe und alles schnell gehen muss, bin ich Esspraktiker. Dann kaufe ich auch mal ein Fertiggericht. Bio muss es allerdings schon sein. Ansonsten bin ich der typische Natürlich-Esser: frische Produkte, selbst zubereitet, viel Gemüse, möglichst wenig Zucker.
Das klingt, als hätten Sie Ihr 20:80 Prinzip gar nicht nötig, oder haben Sie Ihre 20 Prozent schon umgestellt?
Riedl: Ich muss sagen, dass ich schon immer schlank war, der BMI war nie über 23, und ich mache bis heute vier bis fünf Stunden Sport in der Woche. Aber: Bis vor zehn Jahren habe ich mich an die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gehalten. Damit kann man aber gut dick werden, denn sie beinhaltet zu viele Kohlenhydrate. Außerdem habe ich früher auf besonders fettarmes Essen geachtet. Das tue ich heute nicht mehr.
Riedl: Ich achte darauf, weniger schnell verwertbare Kohlenhydrate zu essen, also Kartoffeln, Reis, Nudeln, Brot. Dadurch kann ich mein Gewicht viel leichter halten und auch schnell mal zwei, drei Kilo abnehmen, wenn ich auf diese „Carbs“ verzichte. Das kann ich ganz gut, ich esse dann mehr Gemüse. Ich konsumiere heute auch mehr Fett, aber gutes. Eine Flasche Olivenöl wird bei mir nicht alt. Und dann, ganz wichtig: Ich achte heute auf reichlich Eiweiß auf dem Speiseplan. Ich bin körperlich viel leistungsfähiger – das merke ich beim Wellenreiten, meinem Lieblingssport – und ich baue dem altersbedingten Muskelabbau vor.
Ist Ihr täglicher Speiseplan denn auch so vernünftig wie ihre Ernährungsprinzipien? Was frühstücken Sie zum Beispiel?
Riedl: Grünen Tee, Quark mit Blau-, Heidel- oder Himbeeren, ein Glas Orangensaft – alles ohne Zucker. Und dann: jeden Morgen einen Löffel Leinöl, das ist super für die Blutfettwerte.
Leinöl ist reich an Omega-3-Fettsäuren, fördert die Herzgesundheit und kurbelt die Verdauung an. Es schmeckt zu Quark, im Müsli und zu kräftigen Salatsorten. Es verträgt allerdings keine Wärme und sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden.
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