News: VW-Krise, Donald Trump, Bundeskabinett in Klausur
Der Automobilindustrie verdanken wir in diesem Land einen großen Teil unseres Wohlstands und dazu unser globales Image als verlässliche Lieferanten von Qualitätsprodukten. Auf der ganzen Welt waren die Adjektive »hochwertig«, »sicher« und »zuverlässig« nur andere Worte für »deutsch«, wenn von Autos die Rede war. Man fuhr solide Volkswagen und schnell Audi, stieg arriviert zu Mercedes oder BMW auf und träumte von einem Leben als Porschefahrer. Damit ist es vorbei. Deutsche Autobauer haben bei den Abgaswerten betrogen, sie haben die Elektrowende verschlafen und verlieren nun den Anschluss auf dem Weltmarkt. Insbesondere im wichtigen Absatzgebiet China sind deutsche Autos nicht mehr gefragt. Stattdessen drängen chinesische Fahrzeuge zunehmend auf den europäischen Markt.
Darunter leidet vor allem der Konzern, der mit dem deutschen Autowohlstand verbunden ist wie kein zweiter: Volkswagen schwächelt, Umsatz und Gewinn gehen zurück, der Aktienkurs ist so tief abgesackt wie seit zehn Jahren nicht. »Die Lage ist mehr als kritisch«, sagte VW-Chef Oliver Blume jüngst in einem im firmeneigenen Intranet veröffentlichten Interview (mehr hier ). Ab heute wird er in den deutschen VW-Werken der Belegschaft auf Betriebsversammlungen Rede und Antwort stehen und wohl seine Sanierungspläne präsentieren. Werkschließungen und Entlassungen im großen Stil sind nicht ausgeschlossen.
Mehr Hintergründe hier: »Es wird nie wieder so, wie es einmal war. Die Glanzzeiten sind vorbei«
So oft haben wir es schon gelesen und gehört: »Jetzt«, behaupteten Kommentatoren und Analysten immer wieder, »wird es eng für Donald Trump«. Tatsächlich schien der Mann aber alles schadlos zu überstehen, jeden Skandal, jede Fehlleistung, sogar eine Verurteilung wegen der Fälschung von Geschäftsunterlagen überlebte Trump politisch. Weder politische Gegner noch die Justiz konnten ihm etwas anhaben.
Nun aber scheint sich eine Kraft gegen Donald Trump zu wenden, die bisher verlässlich auf seiner Seite stand: die republikanischen Wähler. Sie lassen reihenweise Kandidatinnen und Kandidaten durchfallen, die mit Trumps Unterstützung eigentlich todsicher gewinnen sollten.
»Zweieinhalb Monate vor den Halbzeitwahlen zeigt sich, wie sehr der Segen des Paten im Weißen Haus an Kraft eingebüßt hat. Eine Empfehlung von Trump, das galt in der Republikanischen Partei lange als Nonplusultra«, berichtet mein Kollege Cornelius Dieckmann und präsentiert eine beeindruckende Liste von zwar höchst loyalen, aber eben auch skandalbehafteten Trump-Jüngern, denen die Unterstützung aus dem Weißen Haus nicht mehr helfen konnte. Bei den Midterms Anfang November könnte Trump so zur lahmen Ente gestutzt werden, die nur noch laut schnattern, aber kaum noch etwas durchsetzen kann.
Kann das sein? Wird es für Trump demnächst also tatsächlich, also diesmal wirklich … Sprechen wir es lieber nicht aus. Warten wir die Wahlen im Herbst ab.
Die ganze Geschichte hier: Sie sind Republikaner. Sie haben Trumps Wahlempfehlung. Und sie verlieren
Ach, es ist wirklich nicht leicht, nach dem Urlaub wieder in die Niederungen des Arbeitslebens zurückzufinden.
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