Gottesanbeterin breitet sich in Deutschland aus
Folge der Erderwärmung Gottesanbeterin breitet sich in Deutschland aus Stand: 23.08.2026 • 09:29 Uhr
Lange galt sie hierzulande als Exotin, doch mittlerweile hat sich die Gottesanbeterin sprunghaft verbreitet - eine Folge des Klimawandels. Vor allem in zwei Regionen Deutschlands ist sie zu finden.
In diesem Sommer wurden in Deutschland ungewöhnlich viele Gottesanbeterinnen registriert. Seit Anfang Juli wurden mehr als 15.000 Sichtungen des exotischen Insekts gemeldet, teilte der Naturschutzbund NABU mit. Das sei deutlich mehr als im gesamten letzten Jahr.
Der NABU betreibt ein Online-Portal , auf dem Bürgerinnen und Bürger Sichtungen melden können. Wegen des besonderen Aussehens bestimmen auch Laien das Insekt fast immer richtig: 99,9 Prozent der Bilder seien korrekt.
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Lange kam die Gottesanbeterin nur am Kaiserstuhl im Süden Deutschlands vor. Inzwischen ist sie auch entlang des Rheins zu finden. Eine davon getrennte Population breite sich in einem Gebiet zwischen Berlin und Thüringen aus, so der NABU.
Wärmere Temperaturen in Deutschland begünstigten die Tiere dadurch, dass die von den Weibchen abgelegten Ei-Pakete zur Entwicklung Wärme benötigten, so NABU-Experte Helge May. "Da ist der Klimawandel der entscheidende Faktor".
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Die Gottesanbeterin ist für ihr makaber anmutendes Paarungsverhalten berüchtigt: Rund ein Drittel der Männchen stirbt unmittelbar nach der Paarung - weil das Weibchen das kleinere Männchen frisst.
Das Insekt kann seiner Beute stundenlang auflauern. Der Fangschlag dauert 50 bis 60 Millisekunden - und ist damit etwa sechsmal schneller als ein Lidschlag des menschlichen Auges. Für Menschen ist die Gottesanbeterin ungefährlich.
Dieses Thema im Programm: NDR Info | Nachrichten | 23.08.2026 | 08:50 Uhr
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