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Der Markt floriert - 22,4 Milliarden Euro Gewinn aus Tennis-Wetten

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Der Markt floriert - 22,4 Milliarden Euro Gewinn aus Tennis-Wetten

Die Einträge auf den Social-Media-Accounts der Tennisstars kommen immer wieder. Sie nehmen nicht ab und selbst Profis auf hinteren Plätzen der Weltrangliste beklagen sich darüber. Anfeindungen, Morddrohungen gegen sich und die Familie sind längst keine Seltenheit mehr, sie sind Alltag, bei den US Open und anderen Turnieren. „Wie oft meiner Mutter der Tod gewünscht wird. Wie oft mir der Tod gewünscht wird. Ich erlebe das überall auf der Welt“, sagte Alexander Zverev (29) mal.

Die nackten Zahlen zeigen, wie eng die Wettbranche mit dem Tennis verwoben ist. Nach Abzug der ausgezahlten Gewinne blieben vergangenes Jahr 95 Milliarden Euro an Einnahmen aus Sportwetten übrig. Tennis nimmt dabei mit 22,4 Milliarden Euro Platz 4 hinter Fußball, Basketball und Pferderennen ein. Ein Grund: Livewetten sind im Tennis ganz einfach: Wer macht den nächsten Punkt, welcher Punkteabstand, wie gehen die Sätze aus, das Match sowieso, wer schlägt das nächste Ass oder den nächsten Ball ins Aus usw.

Das alles gibt es nicht nur bei den großen Turnieren auf ATP- und WTA-Tour, sondern auch bei Future- oder Challenger-Turnieren, den untersten Kategorien. 2025 fanden 1261 von denen statt. Da tauchen dann schon mal Spieler auf, die offensichtlich noch nie einen Ball geschlagen haben. Slapstick-Szenen machten schön öfter auf den verschiedenen Plattformen im Internet die Runde. Auch unerwartete Niederlagen und ganz plötzlich doch noch verlorene Matches nach deutlicher Führung führten mehrmals zu Ermittlungen und Prozessen, in einzelnen Fällen zu Sperren, weil auch „Profi“-Akteure an den Geschäften beteiligt waren.

Was aufgeklärt wird, ist aber nur ein Bruchteil des tatsächlichen Geschehens. Vergessen werden darf aber nicht, dass der Großteil der Wetten seriös ist und die überwiegende Mehrheit der Tipper ehrenvoll sein Geld verliert, wenn der Favorit mal strauchelt und als Top-50-Spieler gegen die Nummer 784 rausfliegt. Doch die schwarzen Schafe bringen wie in jeder Branche auch diese in Verruf.

Wetten an sich soll auch nicht verboten werden, und kann es wohl auch nicht, denn es stellt einen erheblichen Teil der Tennis-Einnahmen dar. Viele Sponsoren liefern über ihre Aktivitäten und ihre Produkte Dinge, die Buchmachern zur Verfügung gestellt und von Tennisspielern genutzt werden, um dem Tipper Infos zu den Matches zu liefern, auf die er wetten kann.

Dieser letztgenannte Bereich, der zwei Jahre lang von Sportradar verwaltet wurde, machte 2024 laut der französischen Sporttageszeitung L’Equipe 194 Millionen Euro des 363 Millionen Euro umfassenden ATP-Budgets aus, also 53 % des Gesamtetats. Damit sind die Zeichen klar.

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