Pistorius verteidigt den Kauf der F-35
Die Bundeswehr hat ihren ersten F-35-Kampfjet übernommen. Im heute journal erklärt Verteidigungsminister Boris Pistorius, warum Deutschland weiter auf US-Rüstungstechnik setzt.
Mit der Übergabe des ersten F-35-Kampfjets an die Bundeswehr hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) eine "neue Ära für die Luftwaffe" ausgerufen.
Im ZDF heute journal erklärt er, warum er die milliardenschwere Beschaffung für notwendig hält.
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Kritik an der Entscheidung für die in den USA entwickelte F-35 weist Pistorius zurück. Pistorius widersprach der Vorstellung, Deutschland müsse sich vollständig von den USA lösen. Ziel sei es vielmehr, in bestimmten Bereichen unabhängiger zu werden. Wo es bewährte Kooperationen oder in Europa nicht verfügbare Systeme gebe, müsse die Zusammenarbeit mit den USA fortgesetzt werden.
"Und dazu gehört auch, dass man gemeinsam entwickelt und beschafft", so Pistorius weiter. Die Bestellung der Kampfjets sei zudem keine Entscheidung der vergangenen Monate.
Deutschland bestellte bereits 2022 insgesamt 35 F-35-Maschinen, die Aufgaben der alternden Tornado-Flotte übernehmen sollen. Das rund zehn Milliarden Euro schwere Beschaffungsprojekt wird aus dem Sondervermögen für die Bundeswehr finanziert.
Er habe keine Anzeichen wahrnehmen können, dass sich die derzeitige US-amerikanische Regierung nicht mehr als Alliierte Deutschlands sehen würde, so der Verteidigungsminister. Stattdessen hätten der US-amerikanische Verteidigungsminister Pete Hegseth sowie anwesende Senatoren "keinen Zweifel daran gelassen", dass die Zusammenarbeit mit Deutschland und Europa "von hohem Interesse für die amerikanische Seite" sei. "Und das wollen wir wechselseitig zu unserem Vorteil nutzen", sagt Pistorius.
Aus Sicht des Verteidigungsministers beruht diese Partnerschaft auf beidseitigen Interessen. Deutschland profitiere von amerikanischen Systemen wie der F-35 oder den Patriot-Luftabwehrsystemen - und auch von der Wartungskompetenz, die europäischen Unternehmen Aufträge verschaffe. Umgekehrt hätten die USA ein Interesse an deutschen Industriekapazitäten, Ingenieurswissen und Produktionsstandorten, um die aufgrund der Weltlage gestiegene Nachfrage nach Rüstungsgütern bedienen zu können.
Nach Angaben des Verteidigungsministers kann die F-35 gegnerische Radarstellungen und Bodenziele auch aus größerer Entfernung bekämpfen. Sie habe besondere Fähigkeiten und fungiere als ein "großes Daten-Mutterschiff" von unbemannten Kampfdrohnen.
Der Verteidigungsminister widersprach zudem der Einschätzung, der Krieg in der Ukraine zeige die Überholung klassischer Kampfflugzeuge. Zwar liefere der Konflikt wichtige Erkenntnisse über den Einsatz von Drohnen und Luftverteidigung.
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