Freund: „Eine Sache bedauere ich sehr“ - Film-Ikone Michael Mendl starb bereits im Juli
Berlin – Die Nachricht von Michael Mendls (†82) Tod erschütterte Anfang September Fans und Kollegen. Wie BILD nun exklusiv erfährt, starb der Kult-Schauspieler früher als bisher bekannt. Im BILD-Interview spricht TV-Star Rüdiger Joswig (77) über die letzten Wochen seines besten Freundes. Joswig erzählt, dass Michael Mendl bereits am 31. Juli gestorben ist. „Ich vermisse ihn. Und einige Dinge im Zusammenhang mit seinem Tod schmerzen mich. Da kommen mir immer wieder die Tränen“, sagt Joswig zu BILD.
Die beiden Männer verband eine außergewöhnlich enge Freundschaft. Kennengelernt hatten sie sich vor knapp 16 Jahren beim Deutschen Filmpreis. Dort stellten sie fest, dass sie in Berlin fast Nachbarn waren. Aus der zufälligen Begegnung entstand eine tiefe Verbundenheit.
Joswigs Wohnung liegt nur wenige Ecken von Mendls entfernt. Entsprechend oft sahen sie sich. „Michael hatte in seiner Wohnung einen Billardtisch! Wir spielten viel. Meistens gewann er.“ Mendl kämpfte jahrelang gegen den Krebs: 2007 die Speiseröhre, 2012 der Darm, 2024 Hautkrebs. Er wurde erfolgreich therapiert. Doch dann kehrte die Krankheit zurück. Laut Rüdiger Joswig litt Mendl zuletzt an Knochenkrebs. „Im Mai war noch alles okay. Doch dann verschlechterte sich sein Zustand. Ende Juli war Michael im Krankenhaus. Er entließ sich selbst, wurde zu Hause gepflegt.“
Traurig denkt Joswig an die letzten gemeinsamen Stunden zurück: ihr Treffen am 22. Juli, neun Tage vor Michael Mendls Tod . Joswig zu BILD: „Er war sehr schwach. Eine Sache bedauere ich heute sehr, nämlich dass ich Michael in diesem Moment nicht gestreichelt habe. Mich treibt das Gefühl um, in diesem Augenblick nicht voll und ganz für Michael dagewesen zu sein.“
Mit Schauspielerin Carolin Fink (59) war er ohne Trauschein mehr als 20 Jahre zusammen. Das Paar trennte sich 2009 und der gebürtige Nordrhein-Westfale zog nach Berlin. Aus dieser Beziehung stammten Tochter Joana (34) und Sohn Marlon (26). Aus einer früheren Ehe hatte er Sohn Adrian (58). Zuletzt lebte Mendl allein. „Er war sehr einsam. Das hat er mir immer wieder gesagt“, erzählt Joswig. Mendl fühlte sich außerdem von der Filmbranche vergessen. Joswig: „Er ging gern auf Premieren und Preisverleihungen. Und er hätte gern noch gedreht.“ Doch zuletzt habe Mendl ihm gesagt, für ihn gebe es keine Rollen mehr.
Am 4. September wurde Michael Mendl beigesetzt. „Sein Leichnam wurde eingeäschert. Er hat seine letzte Ruhestätte in einem Friedwald bei Berlin bekommen. So wie er es sich gewünscht hatte.“ Für Joswig bleibt die Erinnerung an seinen besten Freund und einen großartigen Schauspieler. Als Künstler bewunderte er ihn zutiefst. „Michael hat mit unglaublicher Intensität gespielt. Er war ein großer Schauspieler. Und dabei völlig uneitel. Ein wunderbarer Mensch, der sich trotz seines Könnens nicht zu ernst nahm.“
Mendl wirkte im Laufe seiner Karriere in mehr als 200 Film- und Fernsehproduktionen mit, darunter „Der Untergang“, „Barfuß“ und „Dark“.
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