Autofahrern drohen weitere Preissprünge - Spritpreis-Rekord! Wie teuer es noch wird
Berlin – Super E10 kostet so viel wie noch nie. Am Mittwoch lag der bundesweite Tagesdurchschnitt bei 2,215 Euro je Liter. Eine 50-Liter-Tankfüllung kostet damit 110,75 Euro. Ob die Rekordpreise erst der Anfang sind, hängt nun vor allem vom weiteren Verlauf des Irankriegs ab. Denn jede neue Eskalation kann den Ölpreis nach oben treiben.
Damit werden auch Benzin und Diesel verteuert. ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski nennt gegenüber BILD drei mögliche Entwicklungen.
Bleibt die Lage angespannt, rechnet Brzeski mit Spritpreisen von mehr als 2,30 Euro je Liter. Für 50 Liter wären dann mindestens 115 Euro fällig. „Sollte es zu einer noch weiteren Eskalation kommen, bei der die Ölförderung zerstört wird, könnten wir sogar die 2,50 knacken“, sagt Brzeski zu BILD. Eine 50-Liter-Füllung würde dann mehr als 125 Euro kosten.
Es gibt aber auch ein deutlich günstigeres Szenario: Endet der Irankrieg früher, könnten sich die Spritpreise laut Brzeski bis zum Jahresende wieder Richtung 2,10 Euro bewegen. Entscheidend für die weitere Entwicklung ist vor allem der Ölpreis. Steigt Rohöl weiter, verteuert das mit Verzögerung auch Benzin und Diesel an den Tankstellen. Beruhigt sich die Lage im Nahen Osten dagegen und fällt der Ölpreis wieder, könnte auch der Druck auf die Spritpreise nachlassen.
Auch der ADAC schließt weitere Preisspitzen nicht aus. Eine Sprecherin sagt zu BILD: „2,30 Euro je Liter sind in der Spitze nicht auszuschließen, die durchschnittlichen Preise dürften allerdings darunterbleiben.“ Gleichzeitig sieht der Verkehrsclub „deutlichen Spielraum für Preissenkungen“. Nach den Erfahrungen der vergangenen Wochen gehe man jedoch nicht davon aus, dass die Mineralölkonzerne diesen nutzen.
Der entscheidende Punkt: Die aktuellen Rekord-Spritpreise lassen sich laut ADAC nicht allein mit dem Rohölpreis erklären. Kraftstoff kostet heute mehr als noch vor einigen Wochen, obwohl der Ölpreis damals ähnlich hoch lag. Der ADAC fordert deshalb, dass Raffinerien und Großhändler ihre Kosten und Gewinnspannen offenlegen.
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