Richterin ratlos - Will Block-Anwalt den Prozess verschleppen?
Hamburg – Eigentlich hätte Christina Block (53) heute endlich sprechen können. Jedenfalls hatte ihr Verteidiger Dr. Ingo Bott (43) mehrfach angekündigt, dass sie eine Erklärung abgeben werde. Doch dann kommt am 71. Prozesstag alles anders – wieder einmal. Statt der angekündigten Erklärung folgt strafprozessrechtliche Verwirrung. Irritiert beendet die Vorsitzende Richterin den Prozess nach eineinhalb Stunden. Rumms.
Am Donnerstagmorgen herrschte seit langer Zeit wieder großer Andrang in Saal 237 des Hamburger Landgerichts . Alle warten auf eine Erklärung von Christina Block. Ihr Anwalt Dr. Ingo Bott hatte sie der Richterin Isabel Hildebrandt telefonisch angekündigt. Doch daraus wurde nichts.
Stattdessen kündigt Ingo Bott an, dass Christina Block keine Erklärung, aber eine Einlassung abgeben werde. Die Richterin wenig begeistert: „Warum kündigen Sie mir eine Erklärung an, wenn Sie jetzt von einer Einlassung sprechen?“ Denn juristisch macht das einen erheblichen Unterschied: Mit einer Erklärung kann die Angeklagte auf einzelne Beweismittel, wie Zeugenaussagen oder Dokumente, reagieren. Eine Einlassung betrifft die Vorwürfe gegen sie selbst.
Hat Ingo Bott diese Begriffe verwechselt, als er der Richterin eine Erklärung ankündigte, oder steckt eine Prozesstaktik dahinter? Isabel Hildebrandt hat offensichtlich nicht damit gerechnet, sie muss den Prozess schon um 11 Uhr frustriert beenden: „Ich habe kein anderes Beweisprogramm, ich kann es ja nicht ändern.“ Eigentlich waren nach dem Selbstleseverfahren von Beweismitteln am Donnerstag erste Stellungnahmen vorgesehen.
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