Tunnel in die EU: Frontex erhebt schwere Vorwürfe gegen Belarus
Exklusiv Tunnel in EU-Staaten Frontex erhebt schwere Vorwürfe gegen Belarus Stand: 19.08.2026 • 13:44 Uhr
Seit Monaten werden in Litauen, Lettland und Polen Tunnel entdeckt, durch welche Migranten von Belarus aus in die EU-Staaten gelangen. Nach Informationen von WDR und NDR geht Frontex davon aus, dass staatliche Stellen den Bau unterstützen.
Nachdem zuletzt mehrmals Migranten durch Tunnel von Belarus in die Nachbarländer Litauen und Lettland gelangt sind, ist man sich auf Behördenseite mittlerweile sicher: Dafür ist das Regime von Machthaber Alexander Lukaschenko verantwortlich. Zu diesem Schluss kommt jetzt jedenfalls nach Informationen von WDR und NDR die europäische Grenzschutzagentur Frontex.
In einer internen Analyse zieht Frontex die Bilanz: "Solche Tunnel würden auf der belarusischen Seite der Grenze nicht ohne Kenntnis und Unterstützung der belarusischen Dienste gebaut werden." Weiter heißt es, es könne zudem nicht ausgeschlossen werden, dass das Regime von Lukaschenko Spezialisten für die Konstruktion der Tunnel und Migranten zum Graben nutzen würde. Es sei wahrscheinlich, dass Tunnel auch künftig genutzt würden.
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In der vergangenen Woche hatten erstmals auch lettische Behörden einen Tunnel an der Grenze zu Belarus entdeckt - durch diesen sollen 15 Migranten in den baltischen Staat gekommen sein. Nach Angaben des lettischen Innenministers Janis Dombrava soll es sich bei dem Objekt nahe des bereits länger geschlossenen Grenzübergangs Silene um den ersten Tunnel dieser Art in seinem Land handeln.
Seit dem vergangenen Jahr waren offiziellen Angaben zufolge mehrere Tunnel zwischen Belarus und Litauen sowie zu Polen entdeckt worden.
Insgesamt ist die Zahl der von Frontex gezählten irregulären Grenzübertritte an den östlichen europäischen Außengrenzen zuletzt gesunken: Im ersten Halbjahr 2026 habe es mit insgesamt 3.209 festgestellten irregulären Einreisen 44 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum gegeben, wie Frontex in der vergangenen Woche berichtete - und dennoch warnt die EU-Grenzschutzagentur weiterhin davor, dass Belarus bewusst Migration in die EU unterstütze und zum Teil steuere.
Nachdem in den vergangenen Jahren die Zahlen der illegalen Grenzübertritte stark gestiegen waren, hatten Polen, Lettland und Litauen ihre Grenzen stärker mit Zäunen gesichert. Der internen Analyse der Grenzschutzagentur zufolge sorgen diese verstärkten Grenzschutzmaßnahmen dafür, dass der Übertritt schwieriger geworden ist. "Dennoch ist der Migrationsdruck, den Belarus als Instrument nutzt, nicht geringer geworden", heißt es in der Analyse.
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Dabei würden mittlerweile die mit Abstand meisten Ausreiseversuche von Belarus nach Lettland registriert - und deutlich weniger nach Litauen und Polen.
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