Extremes Niedrigwasser - Am Bodensee kann man den Boden sehen
Moos (Baden-Württemberg) – Dieser Anblick tut weh: Der herrliche Bodensee entwickelt sich zum Trockendock. Der Wasserstand des Schwäbischen Meers liegt laut der zuständigen Hochwasser-Vorhersagezentrale Baden-Württemberg derzeit auf einem „für die Jahreszeit extrem niedrigen Niveau“. Die Folge: Die ersten Boote liegen auf dem Trockenen.
Und Entwarnung ist nicht in Sicht. Experten rechnen damit, dass der Pegel weiter fällt, wenn der große Regen ausbleibt. Die aktuellen Schauer dürften dem Bodensee nur kurz Entlastung bringen. Danach soll es wieder trocken werden. Auch der September soll deutlich zu wenig Regen bringen.
Schon am 13. August war der Pegel am Bodensee außergewöhnlich niedrig. In Konstanz wurden nur 275 Zentimeter gemessen – das meldete die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW). Damit lag der Pegel nicht nur deutlich unter dem Normalwert, sondern sogar unter dem bisherigen Tiefstwert für einen 13. August (2003). Vor drei Tagen meldete das Niedrigwasser-Informationszentrum Baden-Württemberg weiterhin „extremes Niedrigwasser“ für das gesamte Bundesland.
Dr. Ulrich Maurer, Präsident der LUBW, erklärte im August: „Normalerweise erreicht der Bodensee seinen niedrigsten Wasserstand im Februar oder März.“ Dass der Tiefstand schon jetzt unterschritten werde, habe mehrere Gründe: In den Alpen gab es zuletzt schneearme Winter, dadurch fehle im Frühjahr das Schmelzwasser. Dazu kämen ausbleibender Regen und starke Verdunstung durch die Hitze im Hochsommer.
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