Ins Gehege geworfen - Zoo-Robbe stirbt an verschluckter Puppe
Liberec (Tschechien) – 17 Jahre lebte Mähnenrobbenbulle Hugo im Zoo Liberec. Am Samstagmorgen wurde er leblos in seinem Gehege gefunden. Bei einer Obduktion wurde festgestellt, dass er Teile einer Puppe verschluckt hatte. Der Fremdkörper steckte am Übergang vom Magen zum Dünndarm fest.
Bereits zwei Tage vor Hugos Tod hatten Pfleger den beschädigten Körper der Spielzeugpuppe aus dem Robbenbecken geholt. Ein Besucher hatte sie vermutlich ins Gehege geworfen. Doch nichts deutete darauf hin, dass das Tier weitere Teile des Spielzeugs verschluckt hatte. Hugo fraß normal, zeigte keine Auffälligkeiten. Eine Narkose für eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung wäre bei dem älteren Tier zu riskant gewesen.
Hugo war die letzte verbliebene Mähnenrobbe im Zoo der nordböhmischen Stadt. Seit 1975 wurden sie in dem Zoo gehalten. „Die Zoologen verhandeln bereits über die Ankunft neuer Tiere, und wir bereiten auch notwendige Verbesserungen des Robbenpavillons vor“, schreibt der Zoo auf Facebook. Mähnenrobben, die auch Patagonischer Seelöwe oder Südamerikanischer Seelöwe genannt werden, stammen aus Südamerika. Dort leben sie sowohl am Pazifik als auch am Atlantik.
Es ist nicht der erste tragische Vorfall dieser Art: 2009 verschluckte das Robbenmännchen Nico einen großen Stein, den ein Zoobesucher ins Becken geworfen hatte. Das Tier überlebte die Notoperation nicht. Vor rund zwanzig Jahren wurden bei einer Obduktion im Magen des Männchens Felix sogar 7,5 Kilo an Fremdkörpern gefunden, wie die tschechische Nachrichtenagentur CTK berichtete.
Der Zoo saniert das Robbengehege seit dem Frühjahr – trotz Hugos Tod geht die Arbeit weiter. Geprüft wird nun, ob zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden müssen. Wann neue Tiere einziehen können, ist noch unklar. Der Zoo appelliert an seine Besucher: „Wir bitten die Öffentlichkeit wiederholt, Tiere weder zu füttern noch Gegenstände in die Gehege zu werfen.“
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