Glucksmann will antreten: Kandidaten für Élysée-Palast bringen sich in Stellung
Im Frühjahr wird in Frankreich ein neuer Präsident gewählt. Trotz Verurteilung strebt die Rechtspopulistin Le Pen ihre vierte Kandidatur an. Im linken Lager stehen sich die Bewerber derzeit noch gegenseitig auf den Füßen. Und auch das Mitte-Rechts-Lager sortiert sich noch.
In Frankreich sortiert sich allmählich das Kandidatenfeld für die Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr. Dabei setzt die am Sonntag erklärte Kandidatur des sozialdemokratischen EU-Abgeordneten Raphaël Glucksmann das linke Lager unter Druck: Sozialisten und Grüne haben nun die Wahl, sich entweder Glucksmann oder dem Linkspopulisten Jean-Luc Mélenchon anzuschließen. Sollten sie an eigenen Kandidaturen festhalten, dann wäre das linke Lager derart zersplittert, dass keiner der Kandidaten auf ein nennenswertes Ergebnis hoffen kann.
Kaum hatte sich der 46-jährige Glucksman erklärt, erschien eine neue Umfrage, die ein Duell der Extreme möglich erscheinen lässt. In drei von fünf getesteten Kandidaten-Konstellationen könnte der Linkspopulist Mélenchon in die Stichwahl gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen einziehen. Angesichts der deutschlandskeptischen und EU-feindlichen Position der beiden wäre dies ein Horrorszenario für Berlin und Brüssel. 2022 fehlten Mélenchon noch etwa 420.000 Stimmen, um in die Stichwahl zu kommen.
Dem Mitte-Rechts-Kandidaten Édouard Philippe könnten solche Umfragen allerdings auch helfen, sich im eigenen Lager gegen seinen Herausforderer Gabriel Attal durchzusetzen. Die beiden ehemaligen Premierminister haben sich zwar darauf geeinigt, dass am Ende nur einer von ihnen antreten soll - doch wann und wie das genau entschieden werden soll, ist offen. Sollten beide antreten, käme Philippe derzeit auf 14 und Attal auf 8 Prozent.
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