Politische Äußerungen: Rückendeckung für Alphaville nach Festival-Ausladung
Campino und Mateo kritisieren die Ausladung der Band scharf.
Und auch die Politik reagiert.
Was steckt hinter dem Streit um Demokratie und Meinungsfreiheit beim Glücksgefühle-Festival? Nach der Absage eines Auftritts von Alphaville („Forever Young“) beim Glücksgefühle- Festival auf dem Hockenheimring mehrt sich Kritik an den Veranstaltern.
Diese hatten den für Freitag geplanten Auftritt abgesagt, weil man sich mit der Band nicht darauf habe einigen können, „politische Äußerungen auf unserer Bühne zu unterlassen“.
Laut dem Bandmanager geht es um Aussagen gegen rechts und für Demokratie. „Letztendlich ist es so, dass wir das schon extrem fragwürdig finden und auch absurd, jemanden auszuladen, der sich gegen die AfD äußert oder gegen Trump oder wie auch immer.
Jemand, der stabil ist für die Demokratie “, sagte Campino, Frontmann der Toten Hosen, am Mittwochabend bei einem Konzert in Münster. „Ich finde, da ist eine neue Grenze überschritten und eingerissen.“ Sänger Mateo von der Band Culcha Candela, die am Samstag beim Glücksgefühle-Festival auftreten soll, bewertete die Entscheidung der Organisatoren als ein kompliziertes Verhältnis zur Demokratie, „Level AfD -Hauptsponsor“. „Leben wir schon in Russland oder ist es noch Deutschland, die BRD, Demokratie?“, fragte er. „Also gestern waren wir noch Demokratie und Meinungsfreiheit.“ Culcha Candela sage bei jedem Auftritt, was sie von der AfD halte: „Fuck Nazis!“, erklärte der Musiker. „Und das werden wir, falls wir bis dahin nicht ausgeladen werden, auch auf dieser Bühne sagen.
Und zwar lauter denn je.“ SPD -Landeschef ruft zu Protest auf Der Co-Vorsitzende der baden-württembergischen SPD, Robin Mesarosch, sagte in einem Video auf Instagram: „Du kannst nicht nicht-politisch sein, so sehr du dir das wünschst.“ Er verwies auf Sänger Andreas Gabalier, der auf dem Festival auftreten soll und dessen Lieder auch politisch seien, wenn es etwa um Kameradschaft und Eiserne Kreuze gehe. „Es ist vor allem Murks, wenn ein Veranstalter den einen Musiker auftreten lässt, den anderen aber nicht, und dann auch noch behauptet, das wär unpolitisch“, sagte Mesarosch. „Es ist nicht die Aufgabe von dem Festival-Veranstalter, ganz allein die AfD aufzuhalten“, sagte der Sozialdemokrat.
Aber es könne auch niemand so tun, „als wäre man in einem unpolitischen Fantasieraum und das hätte alles nichts mit einem zu tun“.
Mesarosch rief Menschen auf, den Veranstaltern zu schreiben, was sie von der Entscheidung halten.
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