Rot, Eigentor, fünf Gegentreffer - Dynamos Horror-Halbzeit in Heidenheim
Platzverweis, Eigentor, fünf Gegentore in einer Halbzeit! Die 3:5-Abreibung für Dynamo Dresden beim 1. FC Heidenheim war nichts anderes als ein unfassbarer Einbruch nach einer starken ersten Hälfte.
Denn zur Pause führten die Dresdner, die anlässlich des 300. Jubiläums ihrer Grundsteinlegung mit der Frauenkirche auf dem Trikot auflaufen, verdient. Kirche auf der Brust, Kirsche drin! Holland-Hüne Vincent Vermeij nickte nach Ecke von Jonas Sterner das Ding am kurzen Pfosten in die Maschen – 1:0 (31.). Dynamo konnte eigentlich ein Tor höher vorn liegen, doch Niklas Hauptmann (17./40.) und Kaan Inanoglu (33.) ließen dicke Bretter am Strafraum aus.
Ganz anders die zweite Hälfte. Zwar hat Heidenheim Glück, dass Mathias Honsak für zwei Foulspiele binnen einer Minute nicht mit Gelb-Rot runterflog (52./53.). Doch die SGD verlor schon in dieser Phase mit und ohne Ball die ganze Kontrolle. FCH-Trainer Frank Schmidt (52): „Wir haben zur Pause taktisch umgestellt und gesagt: Im Rückstand liegt wieder eine Chance, es jedem Einzelnen zu zeigen, dass wir nicht aufgeben.“
Im weiteren Verlauf einer Ecke kann Jan Schöppner viel zu einfach aus Kurzdistanz zum 1:1 einköpfen (68.). Lukas Boeder, der Mittelfeld-Abräumer Nicolai Rapp (leichte Achillessehnenbeschwerden) in der ersten Hälfte noch sehr gut vertrat, sieht dabei ganz alt aus.
Dynamo-Trainer Thomas Stamm (43) reagierte nun mit den ersten überfälligen Wechseln, brachte Jakob Lemmer für Inanoglu und Jonas Oehmichen für Boeder (68.). Doch die Partie kippte weiter. Ausgerechnet Innenverteidiger Thomas Keller musste bei seinem Ex-Klub mit Ampelkarte vom Feld, weil er Marcel Costly beim Konter zu Fall brachte (69.). Keller meinte danach: „Das ist echt bitter. Ich sehe ihn nicht, falle, glaube ich, auf seinen Fuß!“
Jetzt kam Ahmet Muhamedbegovic für Niklas Hauptmann ins Spiel, um die Viererkette komplett zu machen. Vorn nutzte Dynamo die Gunst des Heidenheimer Abwehr-Chaos zum überraschenden 2:1 in Unterzahl, als Oehmichen den Ball ersprintet und Wagner nach Bobzien-Vorlage in den Winkel trifft (73.).
Alles riecht da wieder nach Punkten – aber plötzlich rutscht dem sonst sicheren Friedrich Müller ein Ball völlig unbedrängt ab – Bogenlampe über Torwart Tim Schreiber ins eigene Netz! Das unglückliche Supertalent schlägt die Hände vor den Kopf, ist allerdings längst nicht der Grund für die Niederlage.
Dynamos Robert Wagner (23): „Wir müssen uns vorwerfen, dass wir das mit einem Mann weniger nicht cleverer zu Ende spielen. Wir wollen teilweise noch vorn anlaufen, was keinen Sinn gemacht hat. Das müssen wir uns anschauen.“
Stamm sagt: „Friedrich trifft den Ball nicht gut, nach dem Eigentor nimmt es so eine gewisse Dynamik an. Wir haben es nach dem 2:2 nicht geschafft, den Gegner mal über fünf bis sechs Minuten zu zermürben.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.