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Das ARD-Sommerinterview mit AfD-Chef Chrupalla im Faktencheck

Tagesschau (ARD) ·
Das ARD-Sommerinterview mit AfD-Chef Chrupalla im Faktencheck

Faktenfinder Vorsitzender der AfD Das Interview mit Chrupalla im Faktencheck Stand: 23.08.2026 • 18:01 Uhr

Der AfD-Vorsitzende Chrupalla war im ARD-Sommerinterview zu Gast. Viele Aussagen halten einer Überprüfung stand. Doch beim Thema Klimawandel lag er daneben, einige Aussagen zur Migration waren ebenfalls falsch.

Beim ARD-Sommerinterview und den anschließenden Fragen aus der Community mit dem AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla ging es vor allem um den Klimawandel und die anstehende Wahl in Sachsen-Anhalt.

Da es während eines solchen Gesprächs nicht immer möglich ist, falsche oder irreführende Behauptungen sofort zu korrigieren, werden hier einige Aussagen von Chrupalla noch einmal genauer beleuchtet.

Als es um den Klimawandel und die Folgen für Deutschland ging, sagte Chrupalla, dass es für ihn "ein ganz normaler Sommer" sei. "Ja, es gab Trockenperioden, es gab auch lange Regenperioden", so Chrupalla. Das ist jedoch in mehrerer Hinsicht falsch.

Zum einen ist der diesjährige Sommer in Deutschland bislang deutlich wärmer: Der Juni war mit einem Temperaturmittel von 19,5 Grad der zweitwärmste Juni seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen . Im Juni und Juli war es laut EU-Klimabeobachtungsprogramm Copernicus in in Westeuropa so heiß wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Durchschnittstemperatur in der Region, zu der auch Deutschland zählt, betrug in dem Zeitraum 21,62 Grad. Damit lag sie 2,79 Grad über dem langjährigen Referenzwert von 1991 bis 2020.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) gab es dieses Jahr zudem keine lange Regenperioden: "Schon seit März sind die Niederschlagsmengen in fast ganz Deutschland unterdurchschnittlich. Besonders wenig Niederschlag fiel von der Pfalz und Rheinhessen bis nach Unterfranken, wo verbreitet weniger als 150 Liter pro Quadratmeter (l/m²) zusammenkamen (Abbildung 1, links). Im Süden entsprach die Niederschlagsmenge gebietsweise noch nicht einmal der Hälfte des vieljährigen Mittels der Jahre 1991 bis 2020."

Die diesjährige Hitzewelle zeigt sich auch bei den gesundheitlichen Faktoren. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts gab es in den ersten sieben Monaten dieses Jahres bereits mehr Todesfälle in Zusammenhang mit Hitze als in jedem einzelnen Gesamtjahr zuvor.

Nie zuvor wurden in Deutschland so viele mutmaßliche hitzebedingte Sterbefälle erfasst. mehr

Zum Thema Migration sagte Chrupalla, dass es im Sommer 2025 eine Million abgelehnte Asylanträge gegeben habe. Außerdem gebe es "280.000 Menschen in diesem Land, die nicht mal einen Aufenthaltstitel haben, die abgeschoben gehören", so Chrupalla.

Aus der Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage eines AfD-Abgeordneten geht tatsächlich hervor, dass zum 31.12.2025 in Deutschland insgesamt 930.395 abgelehnte Asylbewerber lebten.

Fraglich ist allerdings, wie aussagekräftig diese Zahl ist.

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