Aufklärung nach 56 Jahren: Neonazi soll Anschlag mit sieben Toten 1970 begangen haben
Jahrzehnte nach einem der schlimmsten antisemitischen Anschläge der Bundesrepublik ist der mutmaßliche Täter gefunden - doch er ist schon tot.
56 Jahre nach der Tat und auf Grundlage von neuen Ermittlungen teilte die Generalstaatsanwaltschaft München am Donnerstag mit, dass sich der Verdacht gegen einen 2020 gestorbenen Neonazi erhärtet habe.
Er soll 1970 Feuer in einem jüdischen Altersheim in der bayerischen Landeshauptstadt gelegt und so sieben Menschen getötet haben.
Kurz vor der Tat am 13.
Februar 1970 soll sich der damals 25 Jahre alte Deutsche antisemitisch geäußert haben.
In der Nähe des Gebäudes der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern habe er gesagt, dass „die Juden alles hätten“ und er „sie anzünden“ wolle.
Das fanden Polizei und Staatsanwaltschaft durch neue Zeugenaussagen heraus.
Etwa 15 Minuten später habe das Haus gebrannt.
Darin befand sich unter anderem das Seniorenheim der Gemeinde.
Fünf Bewohner und zwei Bewohnerinnen starben.
Sie alle hatten den Holocaust überlebt.
15 weitere Menschen wurden verletzt, vier von ihnen schwer.
Jahrzehntelang konnte der Täter nicht ermittelt werden.
Wie der „Spiegel“ am Donnerstag berichtete, war der nun als Tatverdächtiger identifizierte Mann schon in den 70er Jahren ins Visier der Ermittler geraten.
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