Kündigungen wegen Insolvenz - Deutsches Möbel-Unternehmen baut 175 Stellen ab
Taufkirchen (Bayern) – Erst die Insolvenz, jetzt der Stellenabbau. Ein deutsches Möbel-Unternehmen streicht 175 Arbeitsplätze. Darauf haben der Hersteller und der Betriebsrat sich geeinigt. Rund 540 Jobs sollen am Stammsitz erhalten bleiben.
Auslöser der wirtschaftlichen Krise des Traditionsunternehmens Himolla in Taufkirchen (Bayern) sind die anhaltende Flaute auf dem Möbelmarkt, die schwache Bautätigkeit und der harte Konkurrenzkampf mit Herstellern aus Niedriglohnländern.
Himolla-Geschäftsführer Dr. Manfred Ziegler zu BILD: „Wir bauen Himolla auf eine Struktur um, die auch dann trägt, wenn der Markt vorerst nicht wieder anzieht. Himolla steht für Sitzkomfort, Qualität, Design und technische Innovation. Genau diese Kompetenz bleibt in Taufkirchen. Dass wir dafür Arbeitsplätze abbauen müssen, ist die schmerzhafteste Entscheidung dieses Verfahrens. Sie sichert dem Unternehmen aber eine Perspektive, die es sonst nicht hätte.“
Viele Verbraucher halten sich beim Kauf neuer Sofas und Sessel zurück. Ende Juni 2026 musste der deutsche Möbel-Riese deshalb Insolvenz beantragen . Seit 1. September saniert sich die Firma in Eigenverwaltung. Jetzt der Stellenabbau.
Besonders einschneidend sind die Maßnahmen am Standort Taufkirchen. Kündigungen werden ab sofort ausgesprochen. Über einen Sozialplan verhandeln Unternehmen und Betriebsrat gerade.
Damit fällt der Stellenabbau geringer aus als zunächst befürchtet. Zeitweise war von bis zu 240 gefährdeten Arbeitsplätzen die Rede. Die Endfertigung der Möbel in Taufkirchen soll künftig wegfallen.
Himolla zählt seit Jahrzehnten zu den Schwergewichten der Möbelbranche und produziert Sofas, Wohnlandschaften und Fernsehsessel. Das 1948 gegründete Unternehmen beschäftigt mehr als 2000 Mitarbeiter in Deutschland und im Ausland. Für Kunden soll sich trotz der Turbulenzen nichts ändern. Der Geschäftsbetrieb läuft während der Insolvenz im Schutzschirmverfahren weiter. Aufträge werden bearbeitet und ausgeliefert. Himolla hofft nun, das Unternehmen mit dem harten Sparkurs dauerhaft zu sichern.
Die deutsche Möbelindustrie steckt tief in der Krise. Im vergangenen Jahr setzte die Branche rund 15,8 Milliarden Euro um, 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr.
Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.