JU-Deutschlandtag: Merz verspricht Junger Union straffen Reformkurs
Bei seinem letzten Auftritt bei der Jungen Union gab es Zoff um die Rente.
Diesmal verläuft der Besuch des Kanzlers beim Deutschlandtag ohne große Konflikte.
Der Beifall hält sich aber in Grenzen.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat der Jungen Union einen strammen Reformkurs auch bei der Rente versprochen und der SPD Grenzen für die weitere Zusammenarbeit aufgezeigt. „Ich stelle den Erfolg der Koalition, oder anders ausgedrückt, den Fortbestand der Koalition nicht über jede denkbare politische Leistung, die wir zusammen erbringen müssen“, sagte er vor den etwa 300 Delegierten in Bonn. „Es gibt auch für mich Grenzen.“ Der Kanzler betonte, dass er die Handschrift der Union in der Koalition besser erkennbar machen wolle. „Es muss auch klar sein, wer in dieser Koalition der größere Koalitionspartner ist und wer der kleinere Koalitionspartner ist.“ Merz nennt Rentenreform „überfällig“ Den Delegierten der unabhängigen Nachwuchsorganisation von CDU und CSU versprach er eine vollständige Umsetzung des Rentenkompromisses mit der SPD vom Juli - inklusive der umstrittenen Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren.
Die Union wolle einen Kabinettsbeschluss zur Rentenreform noch in diesem Jahr, sagte Merz zum weiteren Fahrplan für das Rentenpaket.
Die erste Lesung im Bundestag solle noch vor dem Jahreswechsel erfolgen und die finale Abstimmung zu Beginn des nächsten Jahres. „Das ist überfällig“, betonte der Kanzler.
Kanzler strafft den Zeitplan wieder ein wenig Ursprünglich war ein Abschluss des parlamentarischen Verfahrens zum Jahreswechsel geplant, dann verschob Merz vergangene Woche die Zielmarke aufs Frühjahr .
Mit Anfang des Jahres straffte er den Zeitplan jetzt wieder etwas.
Der wichtigste Satz für die Jungunionisten war aber: „Ich möchte, dass wir die Reformvorschläge der Rentenkommission so umsetzen, wie sie auf dem Tisch liegen.“ Damit stellte Merz sich gegen die Änderungswünsche der SPD, aber auch der drei ostdeutschen CDU -Ministerpräsidenten, bei der sogenannten Rente mit 63.
Mit Blick auf die Reformen räumte Merz ein: „Sie wühlen das Land auf, sie wühlen unsere Partei auf.“ Doch erst nach deren Abschluss werde wieder mehr Ruhe einkehren. „Doch diesen Weg bis dahin, den müssen wir gehen.
Das gilt für Veränderungen in der gesetzlichen Krankenversicherung, in der Pflege, auf dem Arbeitsmarkt.“ Trotz Widerstands wolle er an dem Kurs festhalten: „An der Notwendigkeit von Veränderungen ändern auch Wahlergebnisse nichts.“ Diesmal kein Rentenzoff - aber eine Rücktrittsforderung Im vergangenen Jahr hatte Merz sich beim Deutschlandtag mit der Jungen Union noch heftig wegen der Rente gezofft.
Diesmal verlief sein Auftritt harmonischer.
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