Berlins Fußball-Boss - Pokalfinale vor nur noch 5000 Fans möglich
Die Stadionnot im Berliner Fußball ist gerade bei den Amateurmannschaften ein großes Thema. Das Landespokalfinale zwischen Altglienicke und dem BFC Dynamo wurde im Mai im Mommsenstadion ausgetragen. Es gab heftige Kritik am Zustand der Spielstätte. BILD sprach mit Verbands-Boss Bernd Schultz (70).
BILD: Herr Schultz, Sie fordern die Sanierung des Friedrich-Ludwig-Jahn -Sportparks für die Berliner Frauenmannschaften. Wird dort dann auch wieder das Berliner Landespokalfinale stattfinden?
Bernd Schultz: Wir haben die Zusage des Bau-Senators, der nebenbei auch noch Vizepräsident hier ist, dass wir 2029 dort wieder spielen werden. Bis dahin liegen aber noch zwei Endspiele vor uns. 2027 und 2028 wird es mit Sicherheit noch nichts werden.
Nein, das will ich so noch nicht bestätigen. Wir noch dabei, Gespräche zu führen. Wir sind mit einigen Dingen dort absolut unzufrieden.
Einmal der Zustand des Rasens. Wenn mir Bezirksvertreter erzählen, der wird schon von allein erholen, dann bezweifle ich, dass das passiert. Ich glaube, man hat ihn nicht ordnungsgemäß gepflegt, nachdem er zur Euro 2024 verlegt worden ist. Das Stadion ist im Spielbetrieb zu stark belastet mit Tennis Borussia, dem SCC und dem American Football. Aber selbst die vierwöchige Sperrung vor dem Pokalfinale hat wenig bewirkt. Und dann ist am Endspieltag auch noch die Bewässerungsanlage ausgefallen.
Von den Zuschauern gab’s auch Kritik am Catering. Können Sie dazu etwas sagen?
Dies ist seitens des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf an den Pächter des Casinos vergeben. Nur wenn er aktiv verzichtet, dürfen wir das Catering selbst betreiben. Und er hat nicht verzichtet. Im Gegensatz zum Vorjahr gab es mehr Verkaufsstände, aber er verfügt nicht über hinreichend Personal, um mit dem großen Andrang klarzukommen. Wegen der langen Wartezeiten gab es massive Klagen von Stadionbesuchern. Das tut uns auch leid.
Wenn diese Probleme bekannt waren, warum haben Sie das Endspiel dann im Mommsenstadion ausgetragen?
In der Regel wissen wir rund um Ostern, wer im Finale steht. Wenn das der BFC Dynamo ist, ist da ein entsprechendes Zuschauerpotenzial. Das ist positiv. Nur mit dem BFC kommen wir auf über 7.000 Zuschauer im Stadion – eventuell sogar mehr.
Das Poststadion ist auf 5.000 Zuschauer beschränkt, und das Stadion am Wurfplatz im Olympiapark steht wegen des DFB-Pokalfinals nicht zur Verfügung. Alle anderen Plätze sind momentan nicht so weit, dort ein entsprechendes Publikum unterzubringen.
Also ist es wahrscheinlich, dass das Landespokalfinale 2027 wieder im Mommsenstadion ausgetragen wird?
Dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Sonst muss man irgendwann sagen, dass wir eben nur 5.000 Zuschauer haben. Man kann ja auch nicht beliebig erweitern, nur weil da mehr Leute reinwollen. Das ist eine Entscheidung, die wir dann treffen müssen. Diese Dinge laufen in unserem Entscheidungsprozess zusammen und im September wollen wir mit der Auswertung fertig sein. Dass wir mit dem Finaltag der Amateure eine deutschlandweite Veranstaltung haben, macht es noch komplizierter.
Man braucht ein Stadion, wo die Fernsehkameras und -technik untergebracht werden können.
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