EU-Referendum: Erste Ergebnisse in Island zeigen knappe Mehrheit pro EU
Bei dem Referendum in Island über die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen liegt das Lager der Befürworter nach ersten Teilergebnissen knapp vorn. Demnach stimmten 51,2 Prozent der Wähler für den Vorschlag der Regierung, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, und 48,8 Prozent dagegen, wie der Sender RUV meldete. Die Angaben basieren auf rund 87.000 ausgezählten Stimmen von insgesamt 270.000 Wahlberechtigten. Angaben zur Wahlbeteiligung lagen zunächst nicht vor.
Umfragen sagten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Nein- und dem Ja-Lager voraus. Insbesondere in dem für Island enorm wichtigen Fischereisektor überwiegt die Ablehnung gegenüber einem EU-Beitritt.
Das Land mit knapp 400.000 Einwohnern hatte nach der Finanzkrise 2009 den Beitritt zur EU beantragt. Die Gespräche wurden 2013 abgebrochen, als eine EU-kritische Regierung in Reykjavik an die Macht kam.
Um externe Inhalte anzuzeigen, ist Ihre widerrufliche Zustimmung nötig. Dabei können personenbezogene Daten von Drittplattformen (ggf. USA) verarbeitet werden. Weitere Informationen .
Die Drohungen von US-Präsident Donald Trump, das benachbarte Grönland zu annektieren, der Ukrainekrieg sowie wachsende Inflation und hohe Zinsen führten bei vielen Isländern zu einem Umdenken.
Sollten die Befürworter gewinnen, würde ein Beitrittsabkommen mit Brüssel ausgehandelt und dann ein neues Referendum über den tatsächlichen EU-Beitritt abgehalten werden.
Ein „Ja“ würde in Brüssel begrüßt, da Island als unproblematischer Beitrittskandidat gilt, was helfen könnte, die Skepsis gegenüber einer EU-Erweiterung abzubauen. Zudem erhöht die strategische Lage des Landes in einer Zeit des wachsenden Augenmerks auf die Sicherheit in der Arktis dessen Attraktivität.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.faz.net — der Inhalt gehört FAZ Politik.