Outdoor-Sex im Park, am See oder Strand kann heikel werden
Kaum steigen die Temperaturen, entstehen bei manchen Menschen plötzlich romantische Fantasien von lauen Sommernächten, einsamen Waldwegen oder heimlichen Küssen am Badesee. Outdoor-Sex gilt für viele als besonders aufregend, spontan und frei. Das hat auch einen psychologischen Grund: Neues, leicht Verbotenes oder Abenteuerliches kann die Lust tatsächlich steigern. Der Reiz entsteht gerade durch das Gefühl, aus dem Alltag auszubrechen.
Doch spätestens zwischen Picknickdecke und Waldlichtung stellt sich irgendwann die Frage: Ist Sex im Freien eigentlich erlaubt? Die überraschende Antwort lautet: Nicht grundsätzlich verboten – aber es kommt sehr darauf an, wo, wie und vor allem vor wem.
Regina Heckert ist Leiterin von BeFree Tantra, Sexualberaterin, Buchautorin und Expertin für die Lust der Frau. Sie ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle .
Viele Menschen glauben, Outdoor-Sex sei grundsätzlich illegal. Das stimmt so nicht. In Deutschland gibt es kein generelles Gesetz, das Sexualität unter freiem Himmel pauschal verbietet.
Der wichtigste rechtliche Punkt lautet: Nicht die Sexualität selbst ist meist das Problem, sondern die öffentliche Wahrnehmbarkeit. Entscheidend ist vielmehr, ob andere Menschen dadurch belästigt oder unfreiwillig Zeugen werden.
Vor allem Kinder spielen juristisch eine große Rolle. Sobald Minderjährige ungewollt sexuelle Handlungen bemerken könnten, reagieren Behörden deutlich sensibler. Das bedeutet allerdings nicht, dass sofort eine Straftat vorliegt. Häufig handelt es sich eher um Ordnungswidrigkeiten oder Platzverweise. Dennoch können Bußgelder entstehen.
Juristisch relevant wird dabei vor allem der Begriff „Erregung öffentlichen Ärgernisses“. Gemeint ist damit sexuelles Verhalten in der Öffentlichkeit, das andere Menschen massiv belästigt oder schockiert.
Manche Orte führen besonders häufig zu Problemen. Dazu gehören neben Badeseen vor allem öffentliche Parks, Parkplätze, Strände oder Autos auf öffentlichen Flächen. Gerade Sex im Auto gilt bei vielen als sicher, aber juristisch ist es keineswegs automatisch privat. Sobald das Fahrzeug öffentlich zugänglich oder einsehbar ist, kann es ebenfalls problematisch werden.
Besonders im Sommer kontrollieren Polizei oder Ordnungsämter an beliebten Ausflugsorten manchmal verstärkt. Viele Paare unterschätzen außerdem, wie sichtbar beschlagene Autoscheiben oder auffällige Bewegungen wirken. Die Realität ist oft weniger diskret als die Fantasie.
"Frauen im Kommen. Der weibliche Weg zu sexuellem Glück." von Regina Heckert
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