Viele Baustellen - St. Paulis Kampf gegen die Rappel-Kiste
Ene mene miste, es rappelt in der Kiste. Dieser alte Abzählreim ist beim FC St. Pauli unter Neu-Trainer Marcel Rapp (47) gerade wieder aktuell. Beim 2:2 in Kiel verspielten die Profis eine 2:0-Führung. Beide Gegentore fielen nach hohen Flanken und verlorenen Luftduellen. Neu-Kapitän David Nemeth (25): „Wir bekommen Gegentore, die wir so nicht bekommen wollen. Das müssen wir einfach abstellen. Das müssen wir einfach besser verteidigen.“ Sätze, die an die vergangene Bundesliga-Saison erinnern.
„Wir haben nicht mehr unser Spiel gemacht. Wir standen auf einmal tief, haben nur Kiel spielen lassen. Wir hatten viele Ballverluste, sind gar nicht mehr in unsere Abläufe reingekommen und haben die einfach stark gemacht“, ärgerte sich Linksverteidiger Louis Oppie (24) über die zweite Hälfte. Markus Mathisen (32) gewann als Abwehr-Chef über 90 Minuten nur die Hälfte seiner Zweikämpfe und 43 Prozent der Kopfball-Duelle. Nemeth verlor in der Luft dagegen nur ein einziges, dummerweise das gegen Phil Harres, das dann zum späten Ausgleich (88.) führte.
„Grundsätzlich haben wir das gut verteidigt, bis auf die zwei Aktionen, wo wir den Laufweg nicht aufnehmen und einen laufen lassen. Das sollte nicht passieren, passiert aber. Schade“, befand Trainer Rapp nach dem Kiel-Spiel. Vor dem Anschluss-Tor von Harres (56.) hatte Joel Fujita (24) auf Außen nicht mitgemacht. Bernhardsson konnte ungehindert flanken.
Rapp: „Das sind Dinge, an denen wir arbeiten müssen.“ Schon zum Auftakt gegen Fürth (1:1) hatte die Abwehr einige Male bedenklich gewackelt. Zu den Baustellen gehört auch ein gewisses Sechser-Problem. Sowohl Fujita als auch Eric Smith (29) werden den Klub wohl noch bis zum Transferschluss (1. September) verlassen. Auch wenn Rapp über Smith sagt: „Der gibt immer alles. Der macht seinen Job.“ Bliebe nur Mathias Rasmussen (28). Der Norweger war in Kiel St. Pauli s bester Zweikämpfer (14 gewonnen).
In der Offensive profitierte St. Pauli mehr von Kiels Schusselig- und Schlafmützigkeit. Die Großchance zur frühen Führung leitete Zec mit missratenem Rückpass ein. Vorm 1:0 von Martijn Kaars (27) schoss Nekic seinen Mitspieler an. Beim 2:0 von Hara (45.+3) ließ Nekic sich von Pyrka den Ball abjagen. St. Paulis letzter Sieg liegt jetzt 6 Monate zurück. Doch auch schwarze Serien enden. Die Regionalliga-U23 gewann nach Ewigkeiten wieder (2:1 gegen Werder II).
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