Mail von Martenstein - Lieber Boy George!
Ich war verreist, sonst hätte ich früher geschrieben! Sie sind neuer Chef der Berliner Volksbühne und haben vor dem Theater ein Schwimmbecken aufbauen lassen. Das ist Kunst. Das Bad sollte zeitweise nur von Schwarzen Menschen benutzt werden dürfen.
Ich habe gelernt, dass man in Ihrem Milieu nicht mehr „Schwarze“ sagen soll, sondern „Schwarze Menschen“, mit großem „S“. Aus Respekt.
Das Projekt stieß auf wütende Ablehnung und wurde abgesagt. Es heißt, auf rechten Druck hin. Ich finde es ja gut, dass man Rassentrennung hierzulande nicht mehr mag. Ehrgeizige Berliner Projekte scheitern aber fast immer ganz von allein. So auch hier. Die Duschen waren eh kaputt.
Wussten Sie, wann in Berlin zum letzten Mal ein Schwimmbad für eine bestimmte Menschensorte gesperrt wurde? Ab 1935 durften Juden nicht mehr in deutsche Bäder.
Juden sind insofern eher Chinesen, als man auch sie nicht „Jüdische Menschen“ nennen muss. Bei den linken Neorassisten gelten Juden rassisch als Weiße, im Gegensatz zu Arabern.
Wenn also durch ein Wunder Anne Frank im heutigen Berlin auferstanden und zufällig an der Volksbühne gelandet wäre, dann hätte sie dort nicht baden dürfen. Andere Frage: Gilt man mit einer schwarzen Oma schon als Schwarzer Mensch? Rassismus ist verrückt. Auch linker. Finden Sie nicht auch?
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